Stadt Hilden bringt Kinder in Bewegung

Hilden: Die Turnhalle als Abenteuerspielplatz

Zum ersten „Open Sunday“ in Hilden strömen mehr als 40 Kinder in die Schulsporthalle an der Beethovenstraße. Mit diesem Angebot will das Sportbüro der Stadt den jungen Besuchern bis kurz vor Weihnachten an jedem Sonntag die Gelegenheit geben, sich unabhängig vom Wetter tüchtig zu bewegen.

Mit leuchtendem Augen balancierten die jungen Gäste über die mit einer Holzbank und Seilen gebaute Wackelbrücke, schwangen an der Liane oder kletterten auf die improvisierte Rutsche: Auch wenn sie mehrere Stunden Zeit zur Erkundung des Erlebnisparcours hatten, konnte es den über 40 Kindern in der Turnhalle an der Beethovenstraße gar nicht schnell genug gehen, alles einmal auszuprobieren. „Am besten gefällt mir die Schaukel aus Turnringen“, verriet der sechsjährige Hussein. Seine Mutter hatte ihn am Sonntagmittag in die Sporthalle des Grundschulverbundes gebracht. Und dort tobte er sich gemeinsam mit vielen anderen Hildener Schulkindern aus den Jahrgangsstufen eins bis sechs richtig aus.

Mit seinem „Open Sunday“ will das Sportbüro der Stadt den jungen Besuchern bis kurz vor Weihnachten die Gelegenheit geben, sich unabhängig vom Wetter tüchtig zu bewegen. Und auch wenn zum Auftakt der Aktion am vergangenen Sonntag die Sonne schien und Aktivitäten im Freien durchaus zuließ, konnten die Veranstalter mit der Resonanz in der Halle zufrieden sein. „Wir gehen davon aus, dass sich das etabliert“, bekräftigte der Beigeordnete Sönke Eichner, der bei der Stadt Hilden für Soziales, Kultur, Jugend und Sport zuständig ist. Bis zum 16. Dezember soll das Projekt weitergehen – und bei guter Nachfrage vielleicht im Januar und Februar eine Fortsetzung finden.

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Der „Open Sunday“ als Teil des Sport- und Bewegungsmodells der Stadt Hilden geht auf eine Initiative der Universität Duisburg-Essen zurück: Professor Dr. Ulf Gebken hatte das für Kinder kostenlose Projekt zur gesunden Leibesertüchtigung in ihrer Freizeit entwickelt. Inzwischen finden vergleichbare Aktionen in mehreren Städten der Umgebung statt – offenbar mit Erfolg: „Wir hören immer wieder, dass die Kinder am Montag ausgeglichener in die Schule kommen“, berichtete Anne Klingwort, die gemeinsam mit anderen Trainerinnen von der Uni gekommen war, um die örtlichen Helfer von Hildener Allgemeiner Turnerschaft, Kreissportbund Mettmann und aus der Schule zu unterstützen. Mit im Boot ist auch der Verein „Integration durch Sport und Bildung.“ Auch neue Freundschaften würden bei den sonntäglichen Ausflügen in die Schulsporthalle geknüpft, berichtete Klingwort. Mitunter kämen Kinder auch mit dem Wunsch auf ihre Sportlehrer zu, ähnliche Parcours im Unterricht einzusetzen. Wenig später rief die Trainerin die Kinder erst einmal zu einer Pause zusammen. In dieser Zeit galt es, nicht zu toben, sondern für rund 20 Minuten zur Ruhe zu kommen und sich mit Wasser, Äpfeln und Bananen für die nächste Spielphase zu stärken.

„Die Kinder sollen an jedem Sonntag andere Stationen vorfinden, die ihnen Spaß bereiten“, sagte Klingwort. Die sechsjährige Giuliana hangelte sich derweil an einer Bank hinauf auf einen Kasten, um sich schließlich an einer angestellten Matte hinunterrollen zu lassen. „Mir gefällt alles sehr gut hier“, sagte sie – und lobte das Angebot: „Ich finde es schön, dass man auch an einem freien Tag etwas in der Schule machen kann, das nichts mit lernen zu tun hat.“ Wenn sie Zeit habe, kündigte die Schülerin an, werde sie auch in den nächsten Wochen gerne wiederkommen.

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