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Stadt Hilden: Alle Schulklassen können lüften

Hilden : Corona-Pandemie fordert Schulen heraus

Um die Infektionsrate möglichst niedrig zu halten, müssen Schulen besondere Maßnahmen ergreifen. Denn sie sollen trotz steigender Zahlen weiter geöffnet bleiben. Lehrer und Schüler haben sich für Distanzunterricht fit gemacht.

Weil die Klassenräume natürlich belüftet werden können, will die Stadt Hilden erst mal keine Belüfter anschaffen, teilt die Stadtverwaltung auf RP-Anfrage mit. Schulministerin Gebauer hat ein Förderprogramm zum Kauf von mobilen Luftreinigungsgeräten für Schulen und Sporthallen angekündigt. Geld gebe es nach derzeitigem Stand aber nur, wenn keine natürliche Lüftung möglich sei, teilte Stadtsprecher Klaus Helmer mit.

Viele Busse sind zu Schulbeginn überfüllt. Corona-Abstände sind dort nicht einzuhalten. Die NRW-Landesregierung hat ihr Schulbus-Förderprogramm verlängert. 13,5 Millionen Euro stehen noch bis Jahresende zur Verfügung. Das Problem: „Die Antragstellung und Beschaffung der Busse dauert in der Regel mehrere Monate. Das ist zu lange, um die akuten Probleme zu lösen“, kritisiert der ADAC Nordrhein. „Die Stadt sieht als Schulträger keinen Bedarf für eine Ausweitung des Schulbusbetriebes“, sagt Klaus Helmer: „Wir haben aber an die privaten Schulträger entsprechende Hinweise gegeben.“

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Viele Eltern fragen sich, warum der Schulunterricht einheitlich um 8 Uhr beginnen muss und nicht zeitlich versetzt gestaffelt werden kann. „Wir haben nur wenige Schüler, die mit dem Bus kommen“, sagt Sabine Klein-Mach, Leiterin der städtischen Marie-Colinet-Sekundarschule. Die Idee, dass die Schule morgens zeitversetzt beginnt, sei „gut, aber leider nicht praktikabel wegen des Kurssystems“.

An der Sekundarschule wurde eine Lehrkraft, die keine Symptome zeigte, positiv auf Corona getestet. Sie hatte an einer schulinternen Lehrerfortbildung teilgenommen. Diese war in Kleingruppen organisiert. Folge: Sieben Lehrer wurden vorsichtshalber in Quarantäne (14 Tage) geschickt Der Unterricht musste umorganisiert werden. „Wir haben pro Tag eine Klasse nicht in der Schule“, berichtet Schulleiterin Sabine Klein-Mach: „Das wechselt.“ Glücklicherweise hatten sich Lehrer und Schüler der Sekundarschule bereits im Umgang mit der Lernplattform LMS fit gemacht. Das Land hat sie allen Schulen zur Verfügung gestellt. Die Lehrer stellen über die Lernplattform jetzt Aufgaben für das Distanzlernen bereit, die die Schüler zu Hause eigenständig erledigen können.

Auch das Berufskolleg Hilden hat sich auf das Distanzlernen vorbereitet. Das Kolleg unterrichtet rund 2300 Schüler aus dem gesamten Südkreis. „Wir haben versucht, unsere Hausaufgaben zu machen“, berichtet Schulleiter Peter Schwafferts.

Jeder Schüler habe einen eigenen Account bekommen für das Distanzlernen: „Dafür haben wir die Einschulung auf die dreifache Zeit gestreckt. Wir machen Präzensunterricht und parallel dazu auch Online-Unterricht, etwa für die Vorbereitungskurse für die IHK-Winterprüfung oder Zusatzzertifikate.“

Dabei müsse das Berufskolleg auch an die denken, die nicht die besten Lernvoraussetzungen zu Hause haben. Für diese Schüler sei in der Schule eine Art Selbstlernzentrum unter Coronaschutzbedingungen geplant.

„Die jungen Leute befolgen die Schutzmaßnahmen im Schulgebäude“, freut sich Schwafferts: „Unsere Schüler haben schon alle Maske getragen, als das noch freiwillig war.“ Die Klassen bleiben in ihren Räumen, es gibt möglichst keine Raumwechsel. Jeder Schüler hat seinen festen Platz. Auf den Fluren gebe es ein Einbahnsystem. Diese Schutzmaßnahmen funktionieren, meint Schwafferts: „Wir hatten bislang nur Verdachtsfälle in ganz geringem Maße.“