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Hilden: Stadt erneuert Blindenampeln

Hilden : Stadt erneuert Blindenampeln

Der technische Fortschritt verbessert die Behindertenhelfer im Straßenverkehr. Deshalb werden Ampeln an wichtigen Überwegen nach und nach erneuert – wie jetzt an Walder Straße und Fritz-Gressard-Platz.

Der technische Fortschritt verbessert die Behindertenhelfer im Straßenverkehr. Deshalb werden Ampeln an wichtigen Überwegen nach und nach erneuert — wie jetzt an Walder Straße und Fritz-Gressard-Platz.

Die Stadt tauscht derzeit so genannte Blindenampeln aus: Die Helfer im Straßenverkehr verändern sich mit dem technischen Fortschritt und werden deshalb nach und nach angepasst — auch weil neu aufstellen günstiger ist als nachzurüsten. Überall, wo jetzt und in Zukunft Ampeln neu gebaut werden, wird gleich im Sinn der Barrierefreiheit gebaut. Der neueste Typ steht jetzt an der Walder Straße. Auch der Überweg von der Stadthalle über den Fritz-Gressard-Platz zur Fußgängerzone Mittelstraße wurde umgerüstet.

Wie funktioniert der neue Ampeltyp?

Die modernste Form, wie sie auf der Walder Straße zu finden ist, ist mit einem Schalter ausgestattet, der bei Berührung die Blindensignale aktiviert. Das heißt: Bei Grün vibriert die Taste. Wer ein akustisches Signal möchte, muss den Schalter an seinem Boden berühren. "Blinde Menschen kennen die Technik", sagt Werner Biegisch, Hildener Berater vom Blinden- und Sehbehindertenverband des Kreises. "Sehende Menschen wissen das oft nicht."

Warum gibt es das akustische Signal nur auf Anforderung und nicht immer?

Die Dauertöne an den alten Ampeltypen störten vor allem Anwohner. Das Problem: Bei jeder Anforderung ertönten die Signale. Daher wurden die Ampeln so umgerüstet, dass sie entweder nur mit Vibrationssignal arbeiten oder mit hörbaren Signalen wie Klopfen oder Piepen nur auf besondere Anforderung. Im Zeitraum zwischen 20 und 22 Uhr wird für die Nacht abgeschaltet. "Das ist ein Zeitraum, in dem vermutlich nur wenige blinde und sehbehinderte Menschen ohne Begleitung unterwegs sind", sagt Hans-Joachim Frohn vom Straßenbauamt in Hilden.

Was bedeuten die Signale?

Ein rhythmisches Klacken weist auf eine rote, ein Piepton auf eine grüne Ampel hin. Gleichzeitig dient das Klacken auch als akustischer Wegweiser bis zur genauen Position der Ampel. Auch die Grünphase wird bei Betätigung der Schalter länger, da bei der Planung mit unterschiedlichen Gehgeschwindigkeiten gerechnet wird. Bei sehenden Menschen wird in der Regel 1,2 bis 1,5 Metern pro Sekunde, bei Blinden und Sehbehinderten von von einem Meter pro Sekunde ausgegangen. Es wird versucht, die Lautstärke der akustischen Signale an die Verkehrsgeräusche anzupassen.

Wie lange dauert das Aufstellen einer neuen Blindenampel?

Im Idealfall ist innerhalb eines halben Jahres alles, von der Planung bis zum Bau, abgeschlossen. Durch unterschiedliche Zuständigkeiten der Stadt Hilden und der Landesbehörde Straßen NRW kommt es tatsächlich aber häufig zu Verzögerungen. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist das zur Verfügung gestellte Geld. Nicht nur die Baukosten, auch Planungs- und Wartungskosten sind zu berücksichtigen. Häufig können geplante Projekte nur in reduzierter Form umgesetzt werden oder scheitern sogar ganz.

Was kosten die Ampeln?

Eine Nachrüstung kostet knapp 30 000 Euro ohne Wartungskosten, eine neue Ampel 28 000 Euro — jeweils inklusive Planung.

Wie viele Ampeln gibt es insgesamt?

Von den insgesamt 76 Signalanlagen in Hilden liegen 21 im Zuständigkeitsbereich der Stadt. Die 55 an Hauptverkehrs-, Bundes- und Landesstraßen gelegenen Ampeln gehören zum Landesbetrieb Straßen. "Die Anlagen an den neuralgischen Verkehrspunkten werden nach und nach in Blindenampeln umgewandelt, wenn der Bedarf besteht", so Hans-Joachim Frohn.

(RP)