Stadt bleibt bei Nein zu Feuerwehreinsätzen für Bäume

Trotz Hilfswelle ringsumher : Stadt bleibt beim Nein zu Feuerwehreinsätzen für Bäume

Düsseldorf und Wuppertal hatten den Anfang gemacht. Inzwischen rücken auch In Mettmann, Wülfrath und Langenfeld Feuerwehrleute aus, um die Städte beim Wässern von Bäumen zu unterstützen. Hilden lehnt das ab.

Von Peter Clement

Es ist ein Rettungseinsatz der besonderen Art: Feuerwehrleute versorgen in immer mehr Städten in NRW die Bäume mit Wasser, um sie vor dem Vertrocknen zu retten. Die rund 12.000 Straßenbäume, über die die Stadt Hilden nach eigenen Angaben verfügt, sind zurzeit allerdings noch darauf angewiesen, dass der bis an die Grenze der Belastbarkeit schuftende Bauhof sie rechtzeitig wässert, oder Privatleute dem Aufruf von Bürgermeisterin Birgit Alkenings folgen und selbst vor ihrer Haustür Hand anlegen. Ein Einsatz der Feuerwehr sei zumindest derzeit kein Thema, heißt es aus dem Rathaus.

Das sehen die meisten Städte in der unmittelbaren Umgebung offensichtlich anders. Sie nehmen die Hilfe der Feuerwehr gerne an:Düsseldorf und Wuppertal hatten den Anfang gemacht. Inzwischen rücken auch In Mettmann, Wülfrath und Langenfeld Feuerwehrleute aus, um die städtischen Betriebshöfe beim Wässern von Bäumen und Sträuchern zu unterstützen. Die Bürger dankten es ihnen bisher überall mit viel Lob sowie „Likes“ im Internet.

Auch der Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen ist zufrieden. Er spricht von „außergewöhnlichen Einsätzen“. Das Bäumegießen gehöre zwar eigentlich nicht zu den gesetzlichen Aufgaben der Einsatzkräfte – „dass Feuerwehren immer mal wieder darüber hinaus helfen, ist aber ein normaler Prozess“, betont Landesgeschäftsführer Christoph Schöneborn.

Die Stadtverwaltung Hilden erläutert dagegen wortreich, warum sie bisher nichts von dieser unbürokratischen Hilfe hält. Auf der Internetseite der Stadt heißt es unter anderem: „Die Feuerwehr Hilden hat nur ein größeres Tanklöschfahrzeug. Der Behälter fasst 5.000 Liter Wasser und ist bei Bränden unverzichtbar, bei denen kein Hydrant in der Nähe ist.“. Deshalb müssten sowohl das Tanklöschfahrzeug als auch die anderen mit kleineren Tanks (1.600 Liter) „immer aufgefüllt und einsatzbereit sein“.

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Zum Vergleich: Auf der Internetseite der Hildener Feuerwehr werden aktuell sechs Löschfahrzeuge aufgeführt – in Wülfrath sind es nur fünf. Wülfraths Feuerwehr hilft bei der Bewässerung, die Hildener nicht, weil das von der Stadtspitze offenbar nicht gewünscht ist.

Diese Erfahrung machte auch ein Bürger, der die Stadtchefin in einer persönlichen Mail darüber informierte, „dass die Platanen in der Hoffeldstraße ganz massiv nicht nur ihre Blätter abwerfen, sondern auch die schützende Baumrinde“. Er fragte daraufhin selber bei der Feuerwehr nach – und erhielt ablehnende Auskunft. Nicht nur er fragt sich, warum hier nicht funktioniert, was fast überall drumherum offenbar problemlos möglich ist.

„Erste und wichtigste Aufgabe der Feuerwehr ist es, Feuer zu löschen“, teilt die Hildener Stadtverwaltung mit. Dafür brauche es ausreichend Personal. „Aufgrund der aktuellen Waldbrandgefahr steht neben der Berufsfeuerwehr auch die Freiwillige Feuerwehr in erhöhter Alarmbereitschaft.“ Und dass die Platanen-Blätter verfrüht welken, habe nicht mit der Hitze, sondern mit einem Pilzbefall zu tun.

Interessanterweise folgt nach all den Argumenten gegen einen Feuerwehreinsatz für Bäume dann plötzlich der Zusatz: „Wenn die Hitze noch weitere Wochen anhält und der Einsatz des Zentralen Bauhofs und der Bürgerschaft nicht mehr ausreicht, könnte das Tiefbau- und Grünflächenamt bei der Feuerwehr Hilden um Amtshilfe bitten.“ Dann müsse die Feuerwehr die beschriebenen Schwierigkeiten halt „im Rahmen ihrer Möglichkeiten managen“.