St. Josefs Krankenhaus in Hilden bietet Dysplasie-Sprechstunde

Hilden : St. Josefs Krankenhaus bietet Dysplasie-Sprechstunde

Von Zellveränderungen betroffene Patientinnen mussten bislang nach Düsseldorf oder Wuppertal fahren. Durch die Anschaffung eines neuen Lasers sind auch gewebeschonende Eingriffe möglich.

Es ist ein schleichender Prozess, der schmerzlos und unbeachtet Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. Und zwar schon im sehr jungen, geschlechtsreifen Alter. Die Rede ist von Dysplasie, einer Veränderung der Gewebestruktur im inneren oder äußeren Genitalbereich, häufig ausgelöst durch das Humane Papillomvirus (HPV). „Seit vergangenem Jahr können sich junge Mädchen und Jungen, zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr zwar dagegen impfen“, erklärt Dr. Bettina Sichelschmidt-Bux, Oberärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe im St.-Josefs-Krankenhaus. Doch das würden noch viel zu wenig tun, „obwohl es bislang die einzige Krebsart ist, gegen die geimpft werden kann“.

Erkannt wird eine solche Dysplasie bei Frauen (Männer sind davon nicht ausgeschlossen) in der Regel erst bei den routinemäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen. Denn schmerzen verspürt die Betroffene nicht. Beim sogenannten Pap-Test wird mit einer kleinen Bürste oder Spatel ein Abstrich der Schleimhaut entnommen, vom Muttermund bis zum Gebärmutterhals (Zervix). „Das passiert alles, wie bislang beim Frauenarzt“, verrät die Fachfrau.

Fällt der Befund jedoch positiv aus, kommt die neue Sprechstunde am St.-Josefs-Krankenhaus ins Spiel: „Bislang mussten betroffene Frauen aus Hilden dafür nach Wuppertal oder Düsseldorf. Jetzt haben wir unsere eigene, wohnortnahe Spezialsprechstunde“, erläutert die Oberärztin und betont im selben Atemzug, dass ein positiver Befund nicht gleich eine Krebs-Diagnose bedeutet. Denn je früher die Gewebeveränderung erkannt wird, desto besser ist der Therapie-Erfolg, der meist nur einen kleinen operativen Eingriff bedeutet.

„In der Dysplasie-Sprechstunde wird nach einem Gespräch eine weitere Untersuchung durchgeführt“, informiert Sichelschmidt-Bux und beschreibt das weitere Vorgehen in der Klinik: „Mit einem Kolposkop mit 15-facher Vergrößerung, schaue ich mir den Gebärmutterhals genauer an und tropfe dreiprozentige Essigsäure, um das veränderte vom gesunden Gewebe zu unterscheiden. Sollte etwas auffällig sein, entnehme ich eine Gewebeprobe.“ Das tue nicht mehr weh als die Probeentnahme mit dem Bürstchen beim Gynäkologen, versichert die Fachärztin.

Sollte ein Eingriff nötig werden, hat sich die Frauenklinik auch dafür nun, mit der Anschaffung eines neuen Lasers, modernisiert. „Der ermöglicht es uns viel gewebeschonender zu arbeiten als bislang“, sagt die Oberärztin. Mit dem Laser wird das veränderte Gewebe punktgenau zerstört und das umliegende, gesunde Gewebe geschützt. „Das ist vor allem bei jungen Frauen mit Kinderwunsch wichtig.“ Für den operativen Eingriff, der in vielen Fällen sogar ambulant durchgeführt wird, reicht meistens eine Kurznarkose. Wichtig sei aber nach wie vor, die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen, betont Sichelschmidt-Brux. „Die nehmen noch immer viel zu wenige (in Deutschland etwa 35 bis 40 Prozent) wahr.“

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