1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden
  4. Lokalsport

Fußball: VfB 03 blickt nach vorne

Fußball : VfB 03 blickt nach vorne

Noch immer drückt den Hildener Traditionsklub eine enorme Schuldenlast. Bis Ende 2010 wollen die Verantwortlichen jedoch die pekuniären Verbindlichkeiten endgültig abbauen. Und auch sportlich sieht sich der Verein gut aufgestellt.

"Es war erstaunlich ruhig", bilanzierte Harald Meffert nach der rund anderthalb Stunden dauernden Jahresversammlung des VfB 03. Der alte Vorsitzende des Hildener Traditionsklubs agiert auch in den nächsten zwölf Monaten als Präsident des Fußballvereins. Ihm zur Seite stehen weiterhin Manfred Brunner als 2. Vorsitzender, Marcus Jetten als Schatzwart und Hans-Peter Schröder als Jugendwart. Neu im Team ist Frank Dieckerhoff, der als Geschäftsführer Rainer Kirberg ablöst. Der gab nach 15 Jahren ehrenamtlicher Arbeit in verschiedenen Funktionen dieses Amt auf – seit einem Jahr ist Kirberg hauptberuflich als Geschäftsführer in Diensten des Frauen-Bundesligisten FCR Duisburg, aktueller DFB- und UEFA-Pokalsieger.

65 Mitglieder waren im Jugendraum der Sportanlage an der Hoffeldstraße anwesend, um den Ausführungen des Vorstands zu lauschen. Zufrieden registrierte Harald Meffert den Klassenerhalt der ersten Mannschaft. "Mit nur vier Punkten mehr wären wir unter den Top fünf der Landesliga", verwies er auf die engen Punkteabstände. Und auch der vierte Rang der Reserve in der Kreisliga A fiel in der sportlichen Bilanz positiv auf, musste das Team von Siegfried Lehnert doch immer wieder wichtige Akteure an die Erste abgeben. Und in der Jugend vermochten fast alle Mannschaften ihre Klasse zu bestätigen – einzig die C II zollte der körperlichen Überlegenheit der Kontrahenten Tribut.

"Das hat schon recht ordentliche Wellen geschlagen", gestand Harald Meffert angesichts des überraschenden Trainerwechsels von Heiko Köpper zu Michael Kulm. Den Ex-Coach nannte der Vorsitzende einen "taffen, prima Jungen", mit dem der Verein eine gute Vereinbarung getroffen habe. "Wir haben uns in beiderseitigem Einvernehmen freundschaftlich getrennt – es entstehen uns keine zusätzlichen finanziellen Belastungen", betonte Meffert. Denn gerade der pekuniäre Aspekt stand und steht bei der Vereinsarbeit im Vordergrund. Das zeigten zum Abschluss auch kritische Fragen aus der Versammlung heraus zur Verpflichtung des routinierten Krzystof Benedyk für das Landesliga-Team und zu den Kosten des Sportlichen Leiters Peter Waldinger. Der sprach angesichts des hohen zeitlichen Aufwandes allerdings von einem "Stundenlohn von 25 Cent". Weniger emotional nannte Meffert auf RP-Nachfrage eine steuerlich mögliche monatliche Aufwandsentschädigung von 210 Euro, lobte in der Versammlung selbst ausdrücklich Waldingers Verdienste.

Nach wie vor drückt den Klub eine immense Schuldenlast, die vornehmlich auf Steuerforderungen zurückgeht. Im Jahr 2007 war der VfB 03 noch mit 88 625 Euro im Minus. Für das Geschäftsjahr 2008 stehen noch Verbindlichkeiten in Höhe von 63 669 Euro an – der Verein baute also weitere 25 000 Euro der Verschuldung ab. Und das trotz wegbrechender Sponsoreneinnahmen. Immerhin fehlten hier im vergangenen Jahr Einnahmen von rund 45 000 Euro. Umso erfreuter zeigte sich Harald Meffert, dass das Mercedes-Autohaus Brüggemann mit Geschäftsführer Andreas Kunzi dem VfB 03 als wichtiger Sponsor erhalten bleibt – angesichts der Flaute in der Branche allerdings in wesentlich geringerem Umfang. "Die Identifikation der Hildener Wirtschaft mit dem VfB ist nicht gegeben," lobte Meffert explizit die "rühmliche Ausnahme".

Angesichts der Entwicklung im Mäzenatentum schlägt die mangelnde Zahlungsmoral einiger Mitglieder gleich doppelt ins Kontor. Zurzeit seien rund 3000 Euro aufgelaufen, berichtete Meffert. Genau soviel musste der Verein in der abgelaufenen Saison allein für die Bezahlung von Schiedsrichtern aufwenden. "Wenn jedes Mitglied nur einen halben Jahresbeitrag spenden würde, wären wir aus allen Schulden raus", machte Meffert eine ebenso einfache wie anschauliche Rechnung auf.

Nachdem rund 30 Aktive aus dem Altherrenbereich im vergangenen Jahr den VfB 03 Richtung SV Ost verließen, bemüht sich der Verein verstärkt um die Gewinnung neuer Mitglieder. Und beschreitet mit Erfolg neue Wege. Denn erstmals in der über 100-jährigen Geschichte des Vereins geht auch eine Frauen-Mannschaft ins Meisterschaftsrennen. Dazu sucht Jugendwart Hans-Peter Schröder händeringend nach einem Trainer für das Mädchen-Team, für das es bereits genügend Interessentinnen gibt.

(RP)