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Tennis: Vanessa Henke krönt Debüt mit Sieg

Tennis : Vanessa Henke krönt Debüt mit Sieg

Im Finale des 15. Stadtwald-Cup präsentiert sich die 31-Jährige im Damen-Finale erneut nervenstark. Auch im zweiten Anlauf nach 2010 kann Imke Küsgen daher das Tennis-Turnier mit DTB-Ranglistenwertung nicht gewinnen.

Hilden Vanessa Henke war zufrieden. Nur einmal entfuhr der 31-Jährigen im Duell mit Imke Küsgen ein deftiger Fluch. "Richtig so, dass muss mal raus", kommentierte ein Zuschauer laut den Ausspruch — und Henke schmunzelte vergnügt. Mit ihrem ausgeglichenen Charakter legte die Favoritin (DTB 18), die als Nummer drei für den Rochusclub Düsseldorf in der 2. Bundesliga aufschlägt und erstmals beim Stadtwald-Cup antrat, den Grundstein für den Sieg bei der 15. Auflage. Allerdings gestand Henke, die zum Auftakt Lokalmatadorin Gina Schleichert vom TC Stadtwald (DTB 646) im Schnellverfahren mit 6:0 und 6:0 abfertigte: "Nur das erste Spiel war leicht. Alle anderen drei Runden waren schwer." Und auch im Finale sah sich die Düsseldorferin weitaus mehr gefordert, als es das nackte Ergebnis aussagt. Denn letztlich behielt sie mit 6:3 und 6:4 die Oberhand über Imke Küsgen (DTB 37), die im Bundesliga-Team von ETuF Essen an Position neun notiert ist.

Die Zuschauer kamen jedenfalls auf ihre Kosten, denn das spannende Endspiel dauerte fast zwei Stunden. Gleich zu Beginn deuteten die beiden Finalistinnen ein Marathon-Match an. "Für das dritte Spiel haben wir allein 20 Minuten gebraucht, da es mehrfach über Einstand ging", stellte Vanessa Henke fest. Zuvor schaffte die Düsseldorferin das erste Break gegen Imke Küsgen und lag so mit 3:0 in Führung. Danach brachte die Essenerin ihren Aufschlag erstmals durch und verkürzte auf 1:3. Letztlich aber entschied Henke mit einem weiteren Break den ersten Satz mit 6:3 für sich.

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Im zweiten Durchgang erwischte Küsgen den besseren Start. Mit einer Slice-Rallye und dem abschließenden Topspin-Passierschlag legte sie den Grundstein zur 1:0-Führung. Gleich anschließend gab die 31-Jährige jedoch ziemlich sang- und klanglos ihren eigenen Aufschlag zum 1:1 ab und Henke bekam mit 3:1 wieder Oberwasser. Zwar vermochte Küsgen noch einmal zum 3:3 auszugleichen, doch Henke behielt die Nase mit 5:4 vorne, knöpfte der Essenerin dann ein weiteres Mal den Aufschlag ab. Ein Volley-Fehler von Küsgen brachte Henke den 6:4Satzgewinn und damit den Sieg im Damen-Feld des 15. Stadtwald-Cup.

Frustriert verließ Imke Küsgen den Platz, denn bereits vor zwei Jahren hatte sie gegen Korina Perkovic (TEC Waldau Stuttgart) im Finale das Nachsehen. "Ich habe heute nicht mein bestes Tennis gezeigt. Das ist auch eine Frage des Kopfes — im Moment bin ich nicht stabil genug", gestand sie später ein. In den Runden zuvor hatte die 31-Jährige eher leichtes Spiel und wies im Halbfinale die ehrgeizige Nachwuchskraft Anna-Maria Levers (DTB 45), die in diesem Sommer im Bundesliga-Team des TC Moers erste Erfahrungen sammeln durfte, mit 6:4 und 6:4 in die Schranken.

Wesentlich mehr Arbeit musste dagegen Vanessa Henke im Halbfinale leisten. Denn die Partie gegen Titelverteidigerin Katharina Rath (RTHC Bayer Leverkusen, DTB 58) sahen viele als das vorweggenommene Finale an. Hart umkämpft war die Begegnung allemal, denn Rath wehrte sich nach Kräften. Als die 27-Jährige Henkes Aufschlag durchbrach und zum 3:3 ausglich, hatte sie zunächst die besseren Karten. Und beim 4:5-Rückstand wackelte Henke bedenklich, behielt jedoch die Ruhe und brachte den eigenen Aufschlag zum 5:5 durch. Mit einem Doppelfehler leitete Rath danach den Verlust ihres Aufschlags ein, sah sich plötzlich mit 0:40 im Rückstand. Diese Chance zur 6:5-Führung ließ sich Henke nicht entgehen und verwertete danach den zweiten Satzball zum 7:5. Im zweiten Durchgang bekam Katharina Rath zusehends konditionelle Probleme. Und feuerte sich selbst vergeblich an. "Moppelchen, beweg Dich", rief sie in ihrer eigenen herzerfrischenden Art — und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite. Nach dem Break zum 5:3 hielt Vanessa Henke alle Trümpfe in der Hand, doch Rath vermochte noch einmal zum 4:5 zu kontern, ehe Henke mit einem weiteren Break den 6:4-Satzgewinn und damit den Einzug ins Finale perfekt machte.

(RP/top/ila)