TuS 96 steht vor dem Absturz

Im Kellerduell der 2. Basketball-Regionalliga tritt der Vorletzte beim Schlusslicht Leichlinger TV an. Während die Gastgeber bereits als Absteiger feststehen, wollen die Hildener mit einem Sieg ihre hauchdünne Chance auf den Klassenerhalt wahren.

Leichlinger TV – TuS Hilden. Für die Basketballer des TuS 96 geht es in diesen Tagen "um alles oder nichts", sagt Trainer Thomas Schierburg. Denn nur mit Siegen in den letzten beiden Begegnungen der 2. Regionalliga wahren die Hildener die Chance auf den Klassenerhalt. Und auch dann hängt der Verbleib an einem seidenen Faden, denn zugleich muss Abstiegskonkurrent DJK Südwest Köln seine beiden letzten Partien verlieren. Angesichts dieser Konstellation stehen die Zeichen nach 15 Jahren Ligazugehörigkeit eher auf Abschied.

Nach der 41:72-Niederlage im Kellerduell bei der DJK Südwest müssen die Leichlinger definitiv den Gang in die Oberliga antreten. Von Druck kann beim Schlusslicht also nicht mehr die Rede sein. "Die wollen sich ordentlich aus der Liga verabschieden und sich nicht kampflos geschlagen geben", ahnt Schierburg vielmehr Ungemach. Auch wenn die Hildener im Hinspiel klar mit 84:60 die Oberhand behielten.

"Mit einer ausgewogenen Mannschaftsleistung können wir die schlagen", lässt der TuS-Trainer keinen Zweifel am eigenen Potenzial. Doch er fügt hinzu: "Der ein oder andere muss dann aber auch über sich hinauswachsen und mehr als eine durchschnittliche Leistung bringen." Eine Steigerung erwartet Schierburg zum Beispiel von Jörn Plaggenborg, der gestern seine letzte Abitur-Prüfung absolvierte. "Der sollte danach fit und motiviert aufspielen." Die Hoffnungen ruhen jedoch auch auf René Al-Zaher. "In der Defensive, aber auch in der Offensive kann er besser spielen, als er letzten Samstag gezeigt hat." Und dann ist da noch Bastian Becker, der wegen des Flugverbots zuletzt nicht rechtzeitig aus Polen heimkehrte. Jetzt ist der Flügelspieler wieder an Bord und soll entscheidende Akzente setzen. Das gilt aber nicht für Ahmed Kaichouhi. Der nahm zwar wieder das Training auf, doch die verstauchte Wurfhand bereitet immer noch Probleme. "In der normalen Rotation habe ich Ahmed deshalb gar nicht erst eingeplant – er bekommt vielleicht eine Sonderaufgabe", so Schierburg.

Nach den Misserfolgen der vergangenen Wochen ist der TuS-Trainer nun auch als Psychologe gefragt. "Fünf schwache Minuten reichen, dann ist wie gegen Meckenheim das Spiel gelaufen", erkannte er. "In dieser Liga und auf diesem Niveau können wir uns das nicht leisten", weiß Schierburg. Auch die Mannschaft habe das begriffen, allein: "Die Frage ist, ob die Spieler das auch umsetzen können."

Die Leichlinger Marschroute heute Abend (19 Uhr, Halle am Hammer) ist jedenfalls klar. "Wir werden uns alle reinhängen, um den Zuschauern noch einmal was zu bieten", verspricht Björn Jakob. "Bei uns sind keine Auflösungerscheinungen zu erkennen", betont der LTV-Coach. Doch die personelle Lage ist schlecht. So fallen Christoph Wodaege, Dennis Kummerow und Lars Heischmann aus. "Unter den Körben sind wir unterbesetzt", weiß Jakob. Auch hinter dem Einsatz von Andreas Kolk steht ein Fragezeichen. "Dann müssen es eben die anderen richten", erklärt der Trainer, der im Endspurt der Liga gerne noch den vierten Saisonsieg einfahren möchte.

(RP)