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Schulmeisterschaft: Spaß an der Bewegung

Schulmeisterschaft : Spaß an der Bewegung

Das Zauberwort, das Kinder heutzutage auf Trab bringt, heißt "Speed4". Der moderne Parcours fördert Reaktion, Antritt und Wendigkeit. Am Samstag steigt in Haan die Schulmeisterschaft.

Der Blick der Schüler ruht abwechselnd auf René Witte und dem Parcours mit den rot-weißen Pylonen, der Ampel sowie den Türmchen, die die Lichtschranken enthalten. "Die Überraschung ist, dass ihr nicht wisst, ob das rechte oder das linke Licht aufleuchtet. Wenn ihr den Piepton hört, beginnt die Messung", erklärt er den Schülern der Klasse 3b der Grundschule Bachstraße. Elena darf den Testlauf absolvieren.

Die Zehnjährige reagiert schnell, als das linke Licht erstrahlt, sprintet an den Hütchen vorbei und hastet flink im Slalom zurück. "Das waren 6,4 Sekunden", stellt Witte fest, "damit hast du dich bereits für das Finale qualifiziert." Elena atmet erst einmal tief durch, dann lächelt sie stolz.

Ihre Klassenlehrerin Kerstin Neuschäfer kennt das Projekt "Speed4" ebenso wenig wie ihre Schüler. Während die Kinder ihre fünf Versuche absolvieren, dem Zeitnehmer Erwin Reinacher die Ausdrucke regelrecht aus den Händen reißen und beginnen, ihre Ergebnisse miteinander zu vergleichen, unterhält sie sich mit René Witte.

"Wir haben die Initiative gestartet, weil sich viele Kinder zu wenig bewegen", sagt er. Erfunden hat er das Messverfahren zwar nicht, aber mit Erwin Reinacher bringt er es in die Haaner Grundschulen und Sportvereine und organisiert am Samstag die erste Schulmeisterschaft.

Das computergestützt Laufmodul "Speed4" setzt aus vier Einzelzeiten für Reaktionsgeschwindigkeit, Antritt, Wendigkeit und Rücklauf ein Gesamtergebnis zusammen. Zwei Lichtschranken bilden das Herz der Anlage. "Der Clou ist, dass sich die Kinder meist schon beim zweiten Versuch verbessern. Die sportlichen Teilnehmer sind auf den Meistertitel aus, die weniger sportlichen Kinder haben den Anreiz, die verschiedenen Logos auf den Bons zu sammeln und Preise zu gewinnen", erläutert Witte.

Das Modul bringt auch Vorteile für die Lehrer. Durchlaufen die Kinder das Verfahren in jedem Jahr ihrer Grundschulzeit, können die Pädagogen Rückschlüsse auf die physische Entwicklung ziehen. "Der Sportunterricht nach Noten ist vergleichsweise frustrierend für manche Kinder", ergänzt Witte. Tim (8), Elena und Lara (8) sind sich einig: "Das ist eine tolle Idee und macht riesig Spaß. Man muss sich aber gut konzentrieren, weil ja nicht klar ist, welches Licht angeht."

Nach jedem Lauf interessieren sich die Schüler zuerst für die Zeit, dann für das jeweilige Logo auf dem Bon. Elena will ihre Zettel nicht tauschen, obwohl das ausdrücklich erlaubt ist, um immer fünf der fünf möglichen Logos zu sammeln. "Aber achtet darauf, welche Zeit auf dem Bon steht. Ihr wollt euch doch nicht verschlechtern", warnt Witte.

Das Ergebnis der Klasse 3b freut ihn und Reinacher ebenso wie Kerstin Neuschäfer. Alle Kinder blieben unter der Sieben-Sekunden-Marke und dürfen bei der Schulmeisterschaft starten. "Die Kinder wollen sich von Natur aus miteinander messen", sagt Neuschäfer, "aber bei Speed4 entwickeln auch unsportliche Schüler Ehrgeiz und den Willen, sich zu verbessern."

(RP)