Das Tor ist sein Territorium

Seit knapp einem Jahr spielt Elias Eichhorn in der U 11 von Bayer Leverkusen. Das Haaner Talent ist ehrgeizig und will als Bundesliga-Profi Karriere machen. Den ersten Schritt hat er getan.

Das Tor ist sein Territorium. Mit vollem Körpereinsatz verteidigt Elias Eichhorn seinen Platz zwischen den Pfosten. Den Strafraum zu beherrschen, ist sein Ziel. Der elf Jahre alte Spieler aus Haan zählt zu den talentierten Nachwuchskräften auf der Linie. Seit September vergangenen Jahres trainiert er bei Bayer Leverkusen. Dort wird er auf eine Karriere als Keeper vorbereitet.

Sein Terminkalender erinnert schon jetzt an den eines Profis. Viermal in der Woche steht er zwei Stunden lang in Leverkusen auf dem Platz. "Es muss sich auch lohnen. Danach bin ich richtig geschafft", betont Elias Eichhorn. Wenn die Saison nach der Sommerpause wieder beginnt, hat er eine Fünf-Tage-Trainingswoche, dazu kommt der Spielbetrieb am Wochenende. Zeit, um Freunde zu treffen, bleibt kaum. Die Leistung steht im Mittelpunkt. "Irgendwann möchte ich in der Bundesliga spielen und dafür muss ich hart arbeiten", sagt der Elfjährige.

Er besucht eine Sportschule in Solingen, um Unterricht und Training optimal miteinander verbinden zu können. "In meiner Klasse sind mehrere Leistungssportler. Einige sind sogar schon Landesmeister oder waren bei Deutschen Meisterschaften dabei." Dennoch ist es für den Schüler etwas besonderes, das Trikot eines großen Klubs zu tragen. "Da habe ich ganz andere Möglichkeiten. Die Trainer sind besser ausgebildet und die Jungs in meiner Mannschaft sind richtig gut", berichtet Elias Eichhorn.

Er hat von hinten den Überblick über das Spielfeld. "Das sieht ganz anders aus als bei der SSVg Haan." Dort fing er vor vier Jahren mit dem Fußball an. "Viele aus meiner Klasse sind damals dahingegangen und dann bin ich einfach mal mitgekommen." Trainer Karl-Heinz Döller erkannte schnell sein Talent und förderte ihn gezielt. "Er ist aber inzwischen gegangen und das Team hat sich aufgeteilt", berichtet der ehemalige E-Jugendspieler. Elias Eichhorn vermisst seine früheren Mannschaftskollegen. "Es ist schon ein bisschen traurig, denn ich habe gerne mit ihnen zusammen gespielt."

Dennoch ist der Elfjährige froh, in seinem Lieblingsklub eine neue Heimat gefunden zu haben. Seit fünf Jahren ist er Fan, Arturo Vidal begeistert ihn besonders. "Er läuft 90 Minuten durch, hat eine tolle Spielübersicht und macht viele Tore", sagt der Schüler. Sein persönliches Vorbild ist allerdings Iker Casillas. Der spanische Nationaltorhüter und Kapitän von Real Madrid ist aus Sicht des Nachwuchssportlers ein Held auf der Linie. "Er hat viel Erfahrung, obwohl er noch sehr jung ist. Im Elfmeterschießen hat er 2002 vier von sechs Schüssen gehalten."

Der Haaner behält bei der Übertragung von Champions-League-Duellen oder Länderspielen genau im Auge, was im Strafraum passiert. Er beobachtet, wie die Torhüter mitspielen und versucht, ihre Strafraumbeherrschung auf sein Spiel zu übertragen. "Bei Flanken muss ich noch besser werden. Da weiß ich nie, ob ich rauskommen soll oder nicht. Dafür muss ich noch ein Gefühl entwickeln", sagt der junge Torwart selbstkritisch. Er will so viel wie möglich lernen, um sein Territorium zu verteidigen und sein Tor aus der Schusslinie zu halten.

(domi)
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