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Handball: Berger senkt zähneknirschend seine Ansprüche

Handball : Berger senkt zähneknirschend seine Ansprüche

TuS Wermelskirchen – SG Unitas Haan/Hildener AT (Frauen) 25:23 (13:12). Mit viel Selbstbewusstsein und fast schon siegessicher fuhr Michael Berger zum Verbandsliga-Duell nach Wermelskirchen. Dort erlebte der Unitas-Trainer jedoch bereits nach den ersten Minuten, dass die Haaner Handballerinnen seinen Anforderungen nicht gewachsen waren.

Bereits in der ersten Viertelstunde warf das Team die TuS-Torhüterin warm und kassierte selbst Treffer, Siebenmeter und Zeitstrafen. "Die Mannschaft war von Anfang an weder geistig noch körperlich präsent. Wermelskirchen hat so gespielt, wie ich es erwartet habe, doch uns ist es nicht gelungen, die taktischen Absprachen auch umzusetzen", kritisierte der Coach. In der zwölften Minute sah sich Berger zum Handeln gezwungen. Elke Wagner, die sich zuvor bereits zwei Zeitstrafen einhandelte, musste das Feld für Denise Fechner räumen. Fechner gelang es, die Gäste zunächst mit 4:3 und dann mit 6:5 in Führung zu bringen. "In dieser Phase hat sie uns im Spiel gehalten. Sie hat konsequent ihre Chancen gesucht und auch genutzt."

Bis zur Pause hielten die Haanerinnen noch mit dem Wermelskirchener Team Schritt, fielen aber nach dem Wiederanpfiff deutlich zurück. Die Gastgeberinnen zogen auf 17:14 (40.) davon und bauten den Vorsprung in den folgenden zehn Minuten sogar auf 23:16 aus. "Keine meiner Spielerinnen war zu diesem Zeitpunkt mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen. Das Team spielte wie ein Haufen Indianer ohne Häuptling. Wenn mal jemand frei zum Wurf kam, spielte er nicht aufs Tor, sondern den nächsten Querpass", berichtete Berger.

Der Unitas-Coach entschloss sich zum Risiko und wechselte die schon zweifach verwarnte Elke Wagner für seine Tochter Judith Berger ein. "Sie hatte eine schwache Quote", begründete er den Schritt. Der Schachzug sorgte dafür, dass die Haanerinnen den Rückstand mit letzter Kraft bis auf 23:25 verkürzen konnten. Zu mehr langte die Zeit nicht.

Ernüchternd fiel Bergers Fazit aus. "Das Team war einfach nicht da. Keine Ahnung, ob es den Gegner unterschätzt hat oder woran es gelegen hat. Nur: In dieser Verfassung sind wir auch nicht reif für die Oberliga." Die Menge an technischen Fehlern und verpatzten Würfen zwingt Michael Berger, die eigenen Ansprüche zu senken. "Wir müssen uns jetzt erst einmal wieder in der Verbandsliga finden und beweisen, dass wir es können." Um die Spitze anzugreifen, fehle seiner Mannschaft derzeit das Selbstvertrauen.

Unitas Haan: Petsch, Hölscher – Engemann, Wagner (6/2), Ohner (1), Kowalewski, Berger (5/1), Zieris (1), Stemmler, Koschmieder (3), Fechner (6), Fürst, Gerhard (1).

(domi)