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Hilden: Speditionen haben variable Preise eingeführt

Hilden : Speditionen haben variable Preise eingeführt

15 bis 25 Prozent machen die Benzinkosten an den Gesamtkosten der Spedition Engemann und Co. aus. "Damit wir nicht ständig die Verträge ändern müssen, haben wir schon 2008/2009, als die Krise losging und der Dieselpreis auf 1,49 Euro stieg, einen variablen Kraftstoffzuschlag eingeführt", berichtet Matthias Koehler, Prokurist der Hildener Spedition. Kunden erhielten deswegen jetzt in der Regel ein festes Angebot plus einen sogenannten "Dieselfloater" – eine Variable, die die wechselnden Spritpreise berücksichtigt.

Weniger Aufträge verzeichnet das Transportunternehmen, das vor kurzem von Haan an die Otto-Hahn-Straße im Hildener Westen gezogen ist, durch die hohen Benzinkosten nicht. "Die Kunden sehen die Preise ja täglich an den Tankstellen und sind sehr fair." Allerdings spüre man die gestiegenen Spritkosten dennoch – weil nämlich die Subunternehmer aus demselben Grund ebenfalls höhere Preise nehmen. "Wir haben nur zwei eigene Fahrzeuge", erklärt Koehler. Die übrigen Lastwagen stellten andere Firmen. Rund 100 Fahrzeuge seien es mindestens. "Je nach Auftragslage können es aber auch deutlich mehr sein."

Langsamer zu fahren, um Sprit zu sparen, sei keine Lösung. "Der Einspareffekt ist zu gering", sagt der Prokurist. Schneller als Tempo 80 dürften die Lastwagen ohnehin nicht unterwegs sein. "Unsere Fahrer halten sich auch daran, wie es sich immer wieder bei Kontrollen zeigt", lobt er. Auch die Spedition Ascherl am Westring hält nichts von einer Geschwindigkeitsverringerung. Sie hat – trotz der hohen Benzinpreise – ebenfalls keinen Grund zur Klage. "Wir haben im Moment nicht weniger Aufträge, sondern mehr", berichtet Niederlassungsleiter Ronald Ferenschild. Schließlich berechne jede Spedition zurzeit höhere Dieselzuschläge. Angst vor Spritdieben habe man nicht. "Wenn die Fahrzeuge 24 Stunden unterwegs sind, bestehen da nicht so viele Gelegenheiten." Trotzdem habe auch die Bahn als Transportweg an Attraktivität gewonnen, sagt Matthias Koehler von Engemann. "Als die Diskussion um die Kohlendioxid-Emissionen aufkam, haben die Kunden gefragt, welche Alternativen es denn gibt." Deshalb verfüge die Spedition mittlerweile auch über 30 entsprechende Auflieger für Züge.

(RP)