Haan: Sparkassen-Umbau teurer als geplant

Haan : Sparkassen-Umbau teurer als geplant

Das ehemalige Oberstraß-Gebäude ist viel maroder als gedacht. Die Sparkasse hat sich für eine Kernsanierung und gegen einen Abriss entschieden. Die Fachwerk-Fassade bleibt erhalten. Die Stadtwerke eröffnen ein Kundenbüro in der neuen Sparkasse.

Das ehemalige Oberstraß-Gebäude ist viel maroder als gedacht. Die Sparkasse hat sich für eine Kernsanierung und gegen einen Abriss entschieden. Die Fachwerk-Fassade bleibt erhalten. Die Stadtwerke eröffnen ein Kundenbüro in der neuen Sparkasse.

So ähnlich wie auf dem Bild oben soll der neue Eingang der Sparkassen-Hauptstelle nach dem Umbau 2015 aussehen. Das Bild unten zeigt rechts das ehemalige Haus Oberstraße, links daneben die Bücherstube. Foto: Staschik/Sparkasse

Eigentlich sollte schon vor drei Monaten das Großprojekt "Umbau und Sanierung der Sparkassen-Hauptstelle" bis 2015 beginnen. Grund für die Verzögerung: Die Sanierung des Fachwerkhauses Kaiserstraße 43 gestaltet sich weitaus aufwendiger, als gedacht. "In wenigen Wochen geht es los", berichtete gestern Vorstandsmitglied Udo Vierdag über den aktuellen Stand der Planungen.

Gebäude Kaiserstraße 43 Das ehemalige Haus Oberstraße steht nicht unter Denkmalschutz, gehört aber zu einem Denkmalensemble. Die Anbauten werden Ende August abgerissen, die Genehmigung liegt bereits vor, erläuterte Architekt Klaus Brüggemann vom Rheinischen Sparkassen- und Giroverband. Die Sanierung des Gebäudes wird weit aufwendiger als gedacht, ist das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen. Das Haus braucht ein neues Fundament (der Keller wird mit Magerbeton gefüllt) und eine neue Dachkonstruktion. Gleichwohl habe sich die Sparkasse gegen einen Abriss und für eine Kernsanierung entschieden, erläuterte Vierdag. Ein Neubau hätte fünf Meter Abstand zu den Nachbarn einhalten müssen: "Der Ankauf war notwendig, um unser Konzept zu verwirklichen. Die Mehrkosten schaffen auch Mehrwert." Der Charme des bergischen Denkmal-Ensembles bleibe erhalten, betonte Sparkassen-Chef Peter Vogel. Ob die kalkulierten Baukosten von 7,3 Millionen Euro am Ende eingehalten werden können, sei noch offen, sagte sein Vorstandskollege Udo Vierdag. In den neuen Laden im Erdgeschoss soll die Bücherstube einziehen. Im Ober- und Dachgeschoss ist eine Büroeinheit mit rund 170 Quadratmetern geplant. Die Kernsanierung des Gebäudes Kaiserstraße 43 soll in acht Monaten bis April 2014 abgeschlossen sein.

Hauptstelle Kaiserstraße 37-41 Nach dem Umzug der Bücherstube beginnt mit dem Abriss des Pavillons die Umgestaltung der Sparkassen-Hauptstelle — bei laufendem Betrieb in etwa 15 Monaten bis August 2015. Für die Kunden ändert sich nichts, betonte Vierdag. Ob und wie Abteilungen mit Mitarbeitern ausgelagert werden müssen, stehe noch nicht fest. Die Stadtwerke Haan werden ein Kundenbüro in der neuen Sparkasse eröffnen. Hintergrund: Der kommunale Versorger will das Stromnetz vom RWE zurückkaufen. Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Chemelli habe gerne die Chance ergriffen, künftig mit einer Energieberatung in der Haaner Innenstadt präsenter zu sein, berichtete Vierdag. Die Sparkasse will ihren Immobilienbereich mit einer Provinzial-Versicherungsagentur und der Stadtwerke-Energieberatung in einem Bereich mit eigenem Zugang bündeln.

Neuer Vorplatz Mit dem repräsentativen neuen Eingang will die führende Bank in Haan näher an die Kaiserstraße rücken und dort ein architektonisches Ausrufezeichen setzen. Wie der neue Platz davor gestaltet werden soll, müsse mit Rat und Verwaltung noch abgestimmt werden. Angedacht sei, dort das Thema "Haaner Quellen" aufzugreifen. Ein neues Café neben dem Haupteingang soll den Platz beleben, erläuterte Rainer Wetterau, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadt-Sparkasse und des Bauausschusses. Der Platz gehört in Teilen der Sparkassen und der Stadt Haan.

Öffentliche Toilette In der neuen Hauptstelle wird ein öffentlich zugängliches WC mit Zugang vom Neuen Markt eingebaut. Ein weiterer "Mehrwert", den die Bank der Haaner Bevölkerung bieten möchte. Durch den Umbau wird sich die Stadt-Sparkasse nicht vergrößern, aber die Flächen anders nutzen als heute.

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE