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Spannende Aktionen zur Nacht der Bibliotheken in Hilden und Haan

Nacht der Bibliotheken : Durch die Nacht mit Mario und Knödeln

„Mach es!“ lautet das Motto der „Nacht der Bibliotheken“ in Nordrhein-Westfalen. Das füllen die Büchereien in Hilden und Haan auf ganz eigene Weise mit Leben: Mit Autorennen durch die Regalreihen, Lesungen und Virtual Reality.

Mit Vollgas sausen Super Mario und Yoshi in ihren windschnittigen Autos zwischen den Bücherregalen hindurch und gehen auf dem mit bunten Hütchen abgesteckten Parcours in die Kurve: Syxtus Gaal und Tochter Viktoria liefern sich ein mitreißendes Duell am Joystick. „Wir sind hier hängengeblieben“, verrät der Familienvater.

Zur „Nacht der Bibliotheken“ ist die Familie am Freitagabend in die Hildener Stadtbücherei am Nove-Mesto-Platz gekommen – und die Gaals nehmen das Motto „Mach es!“ wörtlich. „Wir hatten mitbekommen, dass die hier einen 3D-Drucker haben, und dachten, wir könnten vielleicht ein Schleich-Pferd ausdrucken“, erzählt Gaal schmunzelnd, und schiebt hinterher: „Das hätte aber wohl zu lange gedauert.“ So wandelt er mit Ehefrau und Kind von Attraktion zu Attraktion.

Der Schauplatz des bunten Treibens ist der Familie wohlbekannt: „Wir kommen etwa einmal im Monat in die Stadtbücherei, um Bücher und Spiele auszuleihen“, sagt Gaal. „Ponyhof Apfelblüte“ stehe bei der Tochter zum Beispiel hoch im Kurs, und auch Comics, etwa von Lucky Luke, habe sie schon verschlungen.

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Zu den regelmäßigen Besuchern der Stadtbücherei zählt auch Anja Wulf: „Wir leihen hier immer viel aus“, berichtet sie, während ihre Kinder unter Anleitung von Katja Bielefeld zwischen den Bücherregalen Lesezeichen, Karten und kleine Verpackungen basteln. „Die Karten werden wir auch verschenken“, erzählt die siebenjährige Sarah bei der Arbeit.

„Wir greifen den Makerspace-Gedanken auf“, beschreibt Bibliothekarin Annika Gruhn das Konzept für den Abend. Selbermachen steht getreu dem Motto der Veranstaltung im Mittelpunkt. Dazu passen der abermalige Besuch des Reparatur-Treffs und das Nähprojekt im Erdgeschoss ebenso wie die Spielzonen in der ersten und zweiten Etage. Vor allem die jungen Gäste zieht es in Scharen zum Zocken in die Nintendo-Ecke oder zum „Tetris“-Spielen mit der Virtual Reality-Brille. Den Anlass nutzt die Stadtbücherei auch, um neue Spiel-Angebote in ihrem Bestand vorzustellen – und freut sich neben der Stammkundschaft einmal mehr über Gäste, die sonst nicht regelmäßig zum Bücherausleihen kommen. „Manche Besucher lernen unser Angebot neu kennen“, berichtet Bibliotheksleiterin Nadine Reinhold.

Ums Selbermachen geht es im weitesten Sinne auch in der Haaner Stadtbücherei: Die Knösterstube – das Haaner Reparaturcafé – empfängt Gäste, die defekte Geräte dabei haben, im Keller des Gebäudes am Neuen Markt. „Da geht es natürlich um den Gedanken der Nachhaltigkeit. Man muss nicht mit der Obsoleszenz von Gegenständen leben“, sagt Bibliotheksleiter Roman Reinders. Passend zum Thema wartet in Nähe des Eingangs auch eine beachtliche Auswahl an Ratgebern auf die Gäste – mit ebenso eindrucksvoller Bandbreite: Bücher geben Anleitungen zum Dämmen und Sanieren, zum Fliesenlegen und Basteln, zum Stricken für Babys – und selbstverständlich auch zum Kochen.

Mit letzterem Kulturphänomen beschäftigt sich Gast Dirk Raabe in seiner Lesung: Mit Kochmütze und -schürze ausgestattet trägt er allerlei kulinarische Texte vor. „Vom Knödel wollen wir singen“ heißt beispielsweise ein Gedichtband, aus dem er liest. Dabei bringt Raabe den amüsierten Zuschauern auf den Stühlen zwischen den Kinderbuchregalen Texte rund ums Essen von Wilhelm Busch bis zu Robert Gernhardt näher.

Da versteht es sich von selbst, dass auch die Zuhörer nicht mit knurrenden Mägen den Heimweg antreten müssen: Der Freundeskreis der Stadtbücherei Haan bietet an einem Tisch neben Wein und Säften unter anderem Quiche Lorraine und Lachs im Pfannkuchenteig an: „Und auch das“, betont Roman Reinders, „ist natürlich ein Beispiel fürs Selbermachen.“