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So wollen Hilden und Haan alte Menschen in der Coronakrise versorgen.

Hilfsaktion : Hilden und Haan starten Einkaufshilfe

Für Ältere, Vorerkrankte und Menschen unter Quarantäne rollt jetzt eine große Welle der Hilfe an.

In Haan wurden die ersten Einkaufstüten bereits am  Samstag vor der Haustür eines älteren Menschen abgestellt. Jetzt bringt auch die Stadt Hilden ihr Projekt „Einkaufshilfe“ an den Start. In beiden Kommunen machen viele Beteiligte mit – denn das Ziel ist überall gleich: kurzfristig und unbürokratisch helfen. Es geht um ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankung, Leute in häuslicher Quarantäne, aber auch Besucher der mittlerweile geschlossenen Tafeln, die Versorgungsengpässe fürchten müssen. Für sie alle gibt es in beiden Städten nun Anlaufstellen.

In Hilden koordinieren das Seniorenbüro und das Jugendparlament die Einkaufshilfe. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Rotary Club. Außerdem unterstützen die Rheinische Post Hilden sowie „Du kommst aus Hilden, wenn“ die Aktion. Unter der Telefonnummer 02103 72-591 oder der E-Mailadresse einkaufshilfe@hilden.de können sich ab sofort Betroffene melden. Aber auch Hilfswillige. Die Koordinierungsstelle ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr besetzt. „Die Corona-Krise fordert die Gesellschaft in vielfacher Hinsicht heraus“, unterstreicht Bürgermeisterin Birgit Alkenings, „Gefragt sind Solidarität, Hilfsbereitschaft und ein wacher Blick für die Menschen, die in dieser Krise auf Unterstützung angewiesen sind. Ich bin froh, dass wir in Hilden generationsübergreifend für einander da sind!“

In Haan, wo besonders viele hochbetagte Menschen leben, läuft die Hilfe bereits seit einigen Tagen: Auf dem kurzen Wege kann die Telefonnummer 02129 2550 angerufen werden. Die Mitarbeiterinnen der Arbeiterwohlfahrt organisieren dann das Einkaufen. Das Telefon ist von Montag bis Donnerstag von 9.30 Uhr bis 16 Uhr, freitags bis 13 Uhr besetzt. Sonst läuft ein Anrufbeantworter.

„Kleinere Aktionen liefen hier schon frühzeitig an“ lobt Karlo Sattler, Vorsitzender des Haaner Seniorenbeirats. In einer Runde aller Akteure mit Bürgermeisterin Bettina Warnecke wurde eine gut funktionierende Koordination ausgearbeitet. Alle bisherigen Hilfstelefone nehmen zwar weiterhin auch Gespräche entgegen, leiten die Anliegen dann aber an die zentrale Koordinierung weiter.

„Natürlich müssen die Helfer sich und die hilfsbedürftigen Menschen schützen und die Hygienevorschriften beachten”, kündigt Sattler an. Sie sollen deshalb Abstand halten, die Einkaufsware vor der Tür abstellen und den Kasssenbon und eine Information zur Bezahlung auf die Fußmatte legen. Um alles zu vereinfachen, wird das Geld zum Einkaufen vorgelegt. Dazu hat die Bürgerstiftung einen Fonds von 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Einkaufssumme kann dann später einfach überwiesen werden.

„Hilfe geht vor Aufwand”, sagt Koordinatorin Jutta Bartz von der Awo. Jeanette Kirchhoff, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, ergänzt: „In Härtefällen verzichten wir auch auf die Rückerstattung.“ Bürgermeisterin Warnecke hatte erst vor wenigen Tagen vom Anruf einer Rentnerin berichtet, der bis zum Monatsende noch weniger als zehn Euro zur Verfügung standen. Um solchen Menschen auch weiterhin helfen zu können, bittet die Bürgerstiftung Sponsoren um Spenden.

Die Beteiligten der Haaner Einkaufshilfe sind: die Bürgermeisterin, die Bürgerstiftung für Haan und Gruiten, GAL-Jugend, das Jugenparlament, die Taschengeldbörse, Junge Union (Projekt Einkaufshelden), Jusos (Einkaufshilfe), Geflüchtete wollen helfen, die Awo, der Seniorenbeirat, das Ehrenamts-Netzwerk „Wir sind Haan“ sowie die katholische  und die evangelische Kirche.

Im Ortsteil Gruiten organisiert der  Bürger-und Verkehrsverein ein weiteres Projekt, ebenfalls mit Unterstützung der Kirchen und der Awo, einem Ehrenamts-Netzwerk, der Bürgerstiftung, dem örtlichen Supermarkt „Supernah“ sowie der Gruitener Apotheke. Dieses Hilfstelefon hat die Nummer 0171  9746499 und ist täglich von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr erreichbar. Sie alle – ob nun im Dorf, in Haan oder in Hilden – arbeiten alle für das eine Ziel: In dieser Krise soll möglichst niemand allein sein.