Hilden So liefen die ersten Abitur-Prüfungen in Hilden und Haan

Hilden/Haan · Das Evangelische Bonhoeffer-Gymnasium in Hilden plant eine offizielle Abi-Feier auf dem Schulhof – ohne Eltern. In Haan schreiben die Abiturienten ihre Arbeiten auf einer Baustelle.

 Konzentration und Abstand: Dienstag sind an den Gymnasien in Hilden und Haan die ersten Abi-Klausuren unter Corona-Bedingungen geschrieben worden.

Konzentration und Abstand: Dienstag sind an den Gymnasien in Hilden und Haan die ersten Abi-Klausuren unter Corona-Bedingungen geschrieben worden.

Foto: dpa/Armin Weigel

Abi in Corona-Zeiten: Das hat’s noch nie gegeben – und wird es auch hoffentlich nicht mehr geben. Mehr als 50 Abiturienten traten Dienstagmorgen zur schriftlichen Prüfung im städtischen Helmholtz-Gymnasium an. Bio- und Physik-Leistungskurs sowie naturwissenschaftliche Grundkurse standen auf dem Programm. Die Leistungskurse wurden in der Schulaula, die anderen in einer großen Klasse geschrieben. Schulleiterin Barbara Krieger und ihre Kollegen hatten Plätze markiert, Wege aufgemalt und Desinfektionsmittel bereitgestellt: „Das hat alles hervorragend funktioniert.“ Der letzte Klausur-Termin ist Montag, 25. Mai.  Die mündlichen Prüfungen finden vom 26. bis 29. Mai statt – auch unter Corona-Bedingungen. Das sei aber kein Problem, sagt Barbara Krieger: „Da sind ja nur drei Prüfer und ein Abiturient im Raum. Die Schüler bereiten sich in der Aula vor. Die mündliche Prüfung findet dann in einem Klassenraum statt.“

Im Evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wollen rund 120 Schüler die Reifeprüfung ablegen. Eine Schutzmaske müssen sie nur tragen, wenn sie den Prüfungsraum (Klassenraum) verlassen, erläutert Rektor Udo Kotthaus. „Viele Schüler sind verunsichert. Das hat auch mit der Berichterstattung in den Medien zu tun.“ Gewerkschafter hätten dort von „unfairen Bedingungen“ gesprochen. Das kann Kotthaus nicht erkennen: „Ich sehe keine Nachteile für unsere Abiturienten. Ich habe ihnen gesagt: Ihr seid doch gut vorbereitet. Die Schüler haben berichtet, dass ihnen die sozialen Kontakte fehlen. Und das glaube ich ihnen auch.“

Einen Abi-Ball wird es wegen der Corona-Pandemie nicht geben, aber eine Abi-Feier im Boni – ohne Eltern, nur mit den Schülern auf dem Schulhof, erläutert Kotthaus: „120 Schüler bringen wir auch mit Abstand in der Aula mit 400 Plätzen unter. Wenn dazu noch die Eltern kämen, bekommen wir das nicht mehr hin.“ Er glaubt, dass die Abiturienten diese Maßnahmen verstehen: „Wir können auch den Abi-Film zeigen. Das ist zwar kein Ersatz, aber besser als gar nichts.“

Ganz besondere Bedingungen herrschen im städtischen Gymnasium Haan, das gerade bei laufendem Betrieb neu errichtet wird. 35 Abiturienten haben Dienstag ihre Klausuren im „Rest-Gebäude“ geschrieben – in den Räumen, die nach hinten zum Hühnerbach hinausgehen, berichtet Schulleiterin Friederike von Wiser. Sie hat mit der Baufirma vereinbart, dass bis 14.30 Uhr nur leise gearbeitet wird, um die Nerven der ohnehin angespannten Abiturienten nicht noch zusätzlich zu strapazieren. In jedem Raum sitzen maximal fünf Abiturienten mit einer Aufsicht. „Durch unsere besonderen räumlichen Verhältnisse können wir nicht auf die Sporthalle oder eine Aula zurückgreifen“, erläutert Friederike von Wiser: „Hierdurch haben wir sehr viele Räume belegt, die Flure alle mit Fluraufsichten versorgt. Dadurch sind rund 30 Kollegen im Einsatz. An den großen Prüfungstagen sind immer etwa 50 Kollegen mit Aufsichten betraut.“

Die Korrekturzeiten für die Abiturklausuren seien diesmal so kurz, dass seit Dienstag die Prüferinnen und Prüfer nur noch mit den Korrekturarbeiten beschäftigt sein werden. Besonders eng werde es für die Fächer Englisch, Mathematik und die Grundkurse Gesellschaftswissenschaften, die ganz am Schluss stattfinden werden. Darüber habe sie Eltern und Schüler bereits in der vergangenen Woche informiert: „Damit nicht zu große Erwartungen an den Online-Unterricht in den nächsten Wochen gestellt werden.“

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