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So lief der der Einkauf am ersten Adventswochenende

Shoppen in Hilden : So lief der der Einkauf am ersten Adventswochenende

Der ganz große Ansturm auf Geschenke ist am ersten Advents-Wochenende zunächst ausgeblieben. Mit der Perspektive weiterer coronabedingter Beschränkungen gehen Kunden und Händler insgesamt noch relativ gelassen um.

Volker Hillebrand musste am Mittwoch – sehr ungewöhnlich – mehrere Parkhäuser in der Innenstadt anfahren, bevor er einen Parkplatz fand. Was andere ärgert, freute den Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH: „Bereits der Mittwoch war ein sehr starker Einkaufstag. Offenbar erledigen bereits viele ihre Weihnachtseinkäufe“, sagte er. Die Einzelhändler in Hilden, der Einkaufsstadt Nummer 1 im Kreis Mettmann, gingen mit Zuversicht in den Dezember. „Sie erwarten gute vier Wochen“, weiß Hillebrand aus vielen Gesprächen.

Belebt war sie denn auch, die Hildener Innenstadt am ersten Advents-Samstag. Wer jedoch einen verstohlenen Blick in die Einkaufstaschen der oft hastig vorbeieilenden Passanten warf, sah eher alltägliche Besorgungen, von Milch bis Haushaltpapier – nicht also unbedingt, was man von einem typischen „Weihnachtsgeschäft“ erwarten würde.

Diesen Eindruck bestätigte auch Juwelier Jost Krevet: „Es war  relativ ruhig“, betonte er. Das decke sich mit den Beobachtungen von Kollegen, mit denen er gesprochen habe. Das klassische Weihnachtsgeschäft, das traditionell einen besonders wichtigen Teil des Umsatzes bei Juwelieren ausmacht, sei über die Jahre immer tiefer in den Dezember hinein gerückt. Am ersten langen Samstag vor dem Fest, an dem Krevet seine Kunden an der Mittelstraße begrüßte, habe es zwar einzelne Stoßzeiten mit regem Besuch gegeben, die hätten sich aber mit Leerlaufphasen abgewechselt.

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Auch Birger von Gehlen, Inhaber des gleichnamigen Fachgeschäfts für Damenmode gegenüber dem Rathaus, berichtete von einem verhaltenen Kundenstrom. Das sei aber nicht ungewöhnlich: „Viele gehen erst einmal in die Großstädte und kommen dann nach Hilden.“ Auch eine gewisse Verunsicherung angesichts der Corona-Lage könne er sich bei den Kunden durchaus vorstellen, sagte von Gehlen, übte sich aber in Zweckoptimismus: „Die werden schon noch kommen.“

Von einer gewissen Zurückhaltung bei den Kunden berichtete auch der Handelsverband NRW in seiner Wochenend-Bilanz für den Kreis Mettmann – und das trotz „Black Friday“-Rabattaktionen.

Zumindest bis zur Mittagszeit viel beschäftigt war man nach eigenem Bekunden bei Optik Lindemann: Dort spielten saisonale Faktoren allerdings keine Rolle, sagte Junior-Chef Marc Busch – auch wenn ein Tisch mit Gutscheinen als möglicher Geschenkidee bereit stand.

Über gute Geschäfte freute man sich in der Filiale des Kosmetik-Anbieters „Rituals“ in der Fußgängerzone: „Die Kunden sind sehr kauffreudig“, hieß es von der Belegschaft. Auch manch ein Artikel für den Tannenbaum am Heiligabend sei schon dabei gewesen. Der eine oder andere Kunde mache sich womöglich Sorgen, dass kurz vor Weihnachten eben doch wieder Geschäfte geschlossen werden könnten. Insgesamt sei der Andrang vergleichbar mit dem des Vorjahres um diese Zeit gewesen.

„Ich bin kein Panikkäufer“, stellte unterdessen Rainer Straßburger-Lausen vor dem Eingang von Peek & Cloppenburg klar. Er sei auf der Suche nach Bekleidung und wolle später auch nach Parfümerie-Artikeln Ausschau halten, berichtete er. Die Möglichkeit eines weiteren Lockdowns wie im vergangenen Jahr schrecke ihn nicht: „Da hat man doch auch andere Wege gefunden, Geschenke zu besorgen, da bin ich ganz entspannt.“

Ein wesentliches Manko fürs Weihnachtsgeschäft gab es dennoch: Weil der Weihnachtsmarkt ausfällt, konnte auch der verkaufsoffene Sonntag am 28. November nicht stattfinden. Darauf hätten sich viele Händler gefreut, hieß es. Denn der Einkaufssonntag am 31. Oktober sei super gelaufen. Es war der einzige in diesem Jahr. Mehr als 500.000 Euro Umsatz hätten die Einzelhändler in der Innenstadt da gemacht, hat Volker Hillebrand hochgerechnet – ohne die Lebensmittelgeschäfte. „Das zeigt, wie wichtig die verkaufsoffenen Sonntage immer noch sind.“ Seine Bilanz: Nach all den Corona-Problemen in diesem Jahr habe der Einzelhandel in Hilden wieder Tritt gefasst. „Engpässe gibt es im Moment aber bei einigen Händlern beim Personal.“

Übrigens: Die Angst vor einem neuen Lockdown mit geschlossenen Ladenlokalen zum vorgezogenen Weihnachtsshopping trieb am Samstag vor allem Kunden von außerhalb in die Hildener City. So wie Ursula Schmitz aus Solingen: „Ich habe Geschenke für die Familie besorgt“, sagte sie mit Blick auf ihre prall gefüllte Tasche. Was darin war, verriet sie nicht: „Wenn das in der Zeitung steht, ist doch die ganze Überraschung weg.“