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Silke Liesenkloß leitet jetzt die Stadtbücherei Hilden

Hilden : Silke Liesenkloß leitet jetzt die Bücherei

Mehr als zehn Kandidaten hatten sich beworben, nur zwei waren interessant. Die 46-Jährige hat das Rennen gemacht.

Nadine Reinhold hatte die Leitung abgegeben, weil sie mehr Zeit für ihre Familie braucht. Sie bleibt Teil des Teams. Reinhold kennt die Mettmannerin Silke Liesenkloß seit 18 Jahren – und hat sich auf sie gefreut.

In Düsseldorf hat Liesenkloß Aufbau-Arbeit geleistet, die Bilker Bibliothek zu einem Erfolg gemacht und sich einen guten Ruf erarbeitet. Zuvor hatte sie zehn Jahre lang die Stadtbücherei Mettmann geleitet.

2016 wurde die kleine Stadtbücherei Hilden zur „Bücherei des Jahres“ von ganz Deutschland gewählt vor zahlreichen Landes- und Universitätsbibliotheken, die in einer ganz anderen Liga spielen. Mehr geht eigentlich nicht: Das sieht auch Silke Liesenkloß so: „Die Herausforderung ist, dieses hohe Niveau zu halten. Das Team ist sehr innovationsfreudig und hat schon vieles umgesetzt, worüber in anderen Stadtbibliotheken erst nachgedacht wird.“

Beispielsweise „Makerspace“: Das ist bereits eine Bewegung. Menschen finden sich zusammen, um etwas auszuprobieren und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. Etwa eine Virtual-Reality-Brille. Damit können Nutzer in ganz neue digitale Welten eintauchen. „HilGoesCrafting“ im September vergangenen Jahres war eine gelungene Premiere. Der Lese-Saal verwandelte sich in ein Zukunftslabor. Man/frau konnte einen 3D-Druck-Führerschein machen, kreativ nähen und plotten oder Ozobots, kleine Roboter, programmieren. Mit 260 Besuchern war der Kreativtag ein großer Erfolg. Im Mai hat die Bücherei ihren Kunden wieder etwas Neues vorgestellt: Bookii. Das sind Hörstifte. Kinder fahren damit über ein Buch und Bookii liest ihnen den Text vor oder nimmt ihn auf. Im November ist ein Krimi-Dinner für Erwachsene und ein Escape-Game für Jugendliche geplant.

Bücher gibt es nach wie vor in der Bibliothek, aber eher immer weniger. Dafür wächst der Bestand der Online-Medien von Jahr zu Jahr. Heute sind es Tonies, Tiptoi, Nintendo & Co, die Kinder und Jugendliche in die Bibliothek ziehen. Viele Schüler und Flüchtlinge lernen in der sehr gut ausgestatteten Stadtbücherei mit ihren gemütlichen Ecken, nutzen den Gratis-Internet-Zugang und das freie Wlan.

Wohin entwickelt sich die Stadtbücherei? „Der US-amerikanischen Stadtsoziologen Ray Oldenburg hat von Dritten Orten gesprochen“, erklärt Silke Liesenkloß: „Nicht das Zuhause, nicht der Arbeitsplatz, sondern ein dritter Ort, nicht kommerziell, mit guter Atmosphäre, wo man sich wohlfühlt. Das soll auch die Stadtbücherei Hilden sein. Den stetigen Wandel mit gestalten: Das ist unsere wichtigste Aufgabe. Und unser Team ist unser größter Schatz.“

Nach dem Bürgerbüro im Rathaus ist die Stadtbücherei die städtische Einrichtung mit den meisten Kunden-Kontakten. Im vergangenen Jahr wurden gut 131.000 Besucher gezählt.

Dazu haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr auch noch 358 Veranstaltungen (Vorträge, Ausstellungen) organisiert, zu der mehr als 6300 Besucher kamen.

Mit zwei Schulungen wurde das Multi-Media-Konzept neu aufgestellt. Die Mitarbeiter sind auch bei Facebook aktiv und haben inzwischen mehr 1173 Fans. Zählt man Posts, Likes, Kommentare und Shares zusammen, hat die Bücherei im vergangenen Jahr mehr als 312.000 Impressionen erzielt. In der Stadtbücherei arbeiten insgesamt elf Mitarbeiter.