Hilden: Sieben Bewerber fürs Bürgermeisteramt

Hilden : Sieben Bewerber fürs Bürgermeisteramt

Wirt Gerd Hegmann hat mehr als 240 Unterstützer-Unterschriften gesammelt. Der Wahlausschuss tagt am 10. April.

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai haben die Hildener Wähler diesmal wirklich die Wahl. Noch nie haben sich gleich sieben Kandidaten um das höchste Amt in der Stadt beworben. Nach Birgit Alkenings (SPD), Marion Buschmann (CDU), Ralf Bommermann (Allianz für Hilden), Klaus-Dieter Bartel (Grüne), Rudolf Joseph (FDP) und Ludger Reffgen (Bürgeraktion) tritt auch Gerd Hegmann an. Der parteilose Wirt hat mehr als 240 Unterstützungsunterschriften (nötig sind 220) gesammelt und im Wahlamt abgegeben. Über die Zulassung der Kandidaten entscheidet der Wahlausschuss am 10. April. Heute will sich Hegmann bei Bürgermeister Horst Thiele im Rathaus vorstellen.

Foto: Staschik, Olaf

Seine Gäste im "Laternchen" an der Loewestraße sehen die Kandidatur des Wirtes sehr unterschiedlich. "Die einen sagen, du machst dich zum Affen, die anderen finden die Kandidatur gut", erzählt der 57-jährige Familienvater: "Ich schlafe mit der Kandidatur ein und wache morgens mit ihr auf. Manchmal habe ich das Gefühl, das wächst mir alles über den Kopf."

Foto: Staschik, Olaf

Die Wähler können sich schon einmal auf zwei Dinge einstellen: eine Wahlplakat-Schwemme, wie sie Hilden noch nicht gesehen hat, und eine Stichwahl am 15. Juni.

Foto: Staschik, Olaf

Die Stadt wird vor Wahlplakaten nur so wimmeln, nicht nur weil sich sieben Kandidaten um das Bürgermeisteramt bewerben, sondern weil am 25. Mai in Hilden sechs Wahlgänge gleichzeitig stattfinden. Gewählt wird ein neues Europaparlament, Landrat, Kreistag, Bürgermeister, Stadtrat und Integrationsrat. Da wird es schwierig werden, bei all den lächelnden Gesichtern auf den Plakaten am Straßenrand den Überblick zu behalten, wer wer ist. Sechs Wochen vor dem Wahltermin, also ab 14. April, dürfen die Parteien auch plakativ um jede Stimme kämpfen. Laut Sondernutzungssatzung "Wahlsichtwerbung" dürfen in Hilden rund 600 Plakate aufgehängt werden. Darauf hatte sich der Stadtrat 2009 (ebenfalls ein Superwahljahr) geeinigt. Aufgrund der Berechnungsgrundlage wird es in diesem Wahljahr mehr Plakate geben, kündigte Daniel Beier, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, an. Die Parteien und Bürgermeister-Kandidaten müssen sich ihre Plakatstandorte genehmigen lassen. Festgelegt ist nur die Anzahl der Wahlplakatstandorte, nicht die Standorte selbst. Für sie gilt: Wer zuerst kommt, kann sich den Platz aussuchen. Vorgegeben ist nur, wo Wahlplakate nicht stehen dürfen: auf Verkehrsinseln, an Ampeln oder Kreuzungen — um die Verkehrsteilnehmer nicht abzulenken. Die meisten Parteien haben feste Plätze und reichen ihre Standorte als Liste beim Ordnungsamt ein.

Angesichts von sieben Bewerbern um das Bürgermeisteramt ist es mehr als wahrscheinlich, dass am 25. Mai kein Kandidat über 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhält. Die Entscheidung, wer Hildens nächster Bürgermeister wird, muss dann in einer Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen fallen. Als Wahltermin ist bereits der 15. Juni ins Auge gefasst worden. Das bedeutet drei weitere Wochen Wahlkampf. Kosten für die Stichwahl: Rund 38 000 Euro, schätzt das Wahlamt. Wer Stadtoberhaupt wird, bestimmen rund 47 000 Wahlberechtigte, darunter etwa 3000 EU-Bürger. Bei der letzten Kommunalwahl 2009 lag die Wahlbeteiligung bei 53,2 Prozent. Wahlberechtigt sind alle Einwohner, die mindestens 16 Jahre alt sind. Der Bürgermeister ist Vorsitzender des Stadtrates, vertritt die Gemeinde in gesetzlichen Angelegenheiten und ist zugleich Leiter der Stadtverwaltung mit rund 800 Mitarbeitern. Voraussetzungen für das Amt sind: Deutscher oder Bürger der Europäischen Union, Wohnung in Deutschland, Mindesalter 23 Jahre und Verfassungstreue. Schul- oder Berufsabschlüsse werden vom Bürgermeister nicht gefordert. Das Gehalt ist nicht schlecht. Bürgermeister Horst Thiele hat im vergangenen Jahr ein Bruttojahresgehalt von 101 045 Euro bezogen. Umgekehrt wird erwartet, dass der Bürgermeister bei jedem Fest oder feierlichen Anlass präsent ist — auch am Wochenende.

(RP)