Hilden: Seniorenwohnungen gefragt

Hilden : Seniorenwohnungen gefragt

Treppensteigen und Gartenpflege fallen im Alter schwerer. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr ältere Menschen für barrierefreie Wohnungen. Die Stadt berät aber auch zu Umbauten der eigenen vier Wände.

Die Nachfrage ist groß. Schon lange, bevor die neue "Itter-Residenz" im Oktober bezogen werden konnte, waren die 33 seniorengerechten Eigentumswohnungen darin verkauft. "Die Bewohner fühlen sich hier sehr wohl", berichtet Sabrina Lajh, die den Service-Stützpunkt der Caritas in dem Haus mitten in der Hildener Innenstadt betreut. Viele hätten ihre Häuser verkauft, um sich im Alter kleiner zu setzen und bei Bedarf betreut werden zu können. Die Johanniter bieten auf Wunsch einen Hausnotruf an. Wegen der großen Nachfrage baue der private Investor nun weitere 16 Seniorenwohnungen auf der gegenüber liegenden Straßenseite. "Sie sollen im August 2012 eröffnet werden", sagt Lajh. Auch hier seien bereits die meisten Wohnungen verkauft.

Annähernd jeder zweite Hildener ist 50 Jahre und älter, nämlich rund 24 800 der etwa 55 000 Einwohner. Fast 3000 Frauen und Männer sind über 80 Jahre alt. Das Pestel-Institut in Hannover geht davon aus, dass die Zahl der Seniorenhaushalte (70 Jahre und älter) bis zum Jahr 2025 bundesweit um knapp 26 Prozent steigen wird. Es weist deshalb darauf hin, dass der Kreis Mettmann dringend mehr barrierefreie Wohnungen benötigt, die auch mit nur geringer Rente bezahlbar sind. Denn das Risiko, im Alter arm zu werden, sei im Kreis Mettmann im Vergleich zum Bundesgebiet hoch.

Der Stadtverwaltung sind außer der "Itter-Residenz" keine weiteren Baumaßnahmen von Wohnungen für ältere Menschen bekannt. "Allerdings ist der Begriff ,Seniorenwohnung' auch nicht geschützt", erklärt Monika Klemz, die Leiterin des Hildener Sozialamtes. Demzufolge müsse sich niemand eine entsprechende Genehmigung einholen. Auch zusätzliche private Altenheime seien nicht in Planung.

"Die Heimlandschaft in Hilden ist relativ groß und gut", sagt Klemz. Die bisherigen fünf Seniorenzentren – der Dorotheenpark der Graf-Recke-Stiftung, die beiden Heime der Seniorendienste "Stadt Hilden", das Wohnstift "Haus Horst" und das Seniorenstift Elisa – mit ihren insgesamt über 500 Heimplätzen reichten für die Itterstadt aus. "Insbesondere im Hinblick auf das Konzept ,Ambulant vor stationär', das älteren Menschen ermöglichen soll, so lange es geht, zu Hause zu wohnen." Unter anderem durch ambulante Pflege, aber auch durch kleinere Umbauten in der eigenen Wohnung. Hier helfe die städtische Wohn- und Pflegeberatung bei der Planung der geeigneten Maßnahmen.

(RP)