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Selbsthilfegruppe von Eltern drogenabhängiger Kinder startet in Hilden

Eltern drogenabhängiger Kinder treffen sich in Hilden : Wenn das eigene Kind Drogen nimmt

In Hilden trifft sich kommende Woche zum ersten Mal eine Selbsthilfegruppe für Eltern drogenabhängiger Kinder. Dort können sich Mütter und Väter aus dem ganzen Kreisgebiet austauschen. Es ist das erste Angebot dieser Art.

Barbara hat bereits einen langen Weg hinter sich. „Ich bin mit dem Thema jetzt über zwölf Jahre unterwegs“, erzählt die Mutter eines drogenabhängigen Sohnes. Der erste Weg führte die Frau, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, zur Drogenberatungsstelle. „Aber so schnell ist das Problem nicht aus der Welt“, sagt sie. Der Wunsch, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen, wurde immer stärker. „Auch mal banale Sachen fragen zu können, so wie, wie machst du das mit seiner Wäsche?“

Barbara schaute sich um und musste feststellen, dass es im ganzen Kreis Mettmann keine Selbsthilfegruppe für Eltern und Angehörige von suchtkranken Kindern gibt. „Köln war die nächste“, sagt sie. Also nahm sie zwölf Jahre lang die 35 Kilometer lange Strecke nach Köln in Kauf, um sich mit anderen Eltern treffen zu können. Dann startete der Selbsthilfe Landesverband ARWED (Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch-Westfälischen Elternkreise drogengefährdeter und abhängiger Menschen) eine Bekennerkampagne in verschiedenen Städten, die Barbara auf die Idee brachte, im Kreis Mettmann ebenfalls eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Sie ist sich sicher, dass der Bedarf da ist.

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Mit der ARWED, den regionalen Drogenberatungsstellen und der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen im Kreis Mettmann im Rücken sowie mit ihren Erfahrungen, die sie in der Kölner Gruppe gesammelt hat, ist Barbara für diese Aufgabe bestens gerüstet. Außerdem arbeitet sie bei Online-Treffen der ARWED mit. „Ich bin voller Elan“, sagt Barbara. Weil sie bereits seit 30 Jahren in Hilden lebt, findet das erste Treffen der neuen Selbsthilfegruppe in der SPE Mühle in Hilden statt. Eingeladen sind jedoch alle betroffenen Eltern und Angehörigen aus dem gesamten Kreis. „Ich möchte Ansprechpartnerin für den ganzen Kreis Mettmann sein“, betont Barbara.

Denn sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, mit Menschen sprechen zu können, die das gleiche Schicksal vereint. „Andere verstehen einen nicht“, sagt sie. Sprüche wie „Schmeiß ihn doch einfach raus!“ sind nicht hilfreich. Außerdem ist das Thema Drogensucht bei den eigenen Kindern immer noch ein Tabu. „Man traut sich nicht, darüber zu sprechen.“

Eine Selbsthilfegruppe bietet hier einen geschützten Rahmen. „Trotzdem ist es für die Eltern ein riesen Angang, das erste Mal zu kommen.“ Barbara weiß, wie viel der Austausch helfen kann. „Ich habe auch nach zwölf Jahren noch Aha-Erlebnisse“, verrät sie.

Neben dem Austausch der Eltern und Angehörigen, möchte die neue Selbsthilfegruppe auch eine Teilnahme an Informationsveranstaltungen und Seminaren sowie den Austausch mit Eltern in ganz NRW anbieten. Außerdem hat die Gruppe die Möglichkeit, sich fachlichen Rat von Suchtexperten der Fachpartner einzuholen oder durch die Selbsthilfekontaktstelle wertvolle Tipps für die Gestaltung der Treffen zu bekommen.

Um möglichst viele betroffene Eltern anzusprechen, hat Barbara bereits eine Website (www.elternkreis-mettmann.de) und einen Instagram-Account @elternsuchtkrankerkinder ins Leben gerufen.