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Selbst gemachte Marmeladen überzeugen

Obst im Südkreis : Konfitüren aus Obst in Nachbars Garten

Dagmar Tiedeck und Heike Hungenberg haben vor fünf Jahren in Reusrath „Frucht Natur“ gegründet. Und das Geschäft floriert.

Sie schwelgen in Sanddorn, Apfel und Stachelbeere, heimischen Birnen, Pflaumen, Aronia- und Holunderbeeren: Dagmar Tiedeck und Heike Hungenberg sind „Frucht Natur“, ein Reusrather Label, das sich ganz und gar der selbst gekochten Marmelade verschrieben hat. Was mit Verkäufen für einen guten Zweck auf dem Weihnachtsmarkt der Evangelischen Freien Gemeinde in Langenfeld begann, hat sich innerhalb von sechs Jahren zu einem gut florierenden kleinen Unternehmen entwickelt. „Damals wurden wir immer wieder gefragt: ,Könnt ihr diese leckeren Marmeladen nicht noch mal kochen?‘“, erzählt Heike Hungenberg. Ein Jahr später schon konnten die Freundinnen ein Gewerbe anmelden. Und heute verkaufen sie jährlich um die 6000 Gläser Fruchtaufstrich, die hübsch verpackt und professionell beschriftet (Tiedeck arbeitet in einer Bildredaktion) mittlerweile begehrte Präsente von Firmen an Mitarbeiter und Kunden sind.

Lange schon reicht die Ausbeute aus dem Garten von Heike Hungenberg, früher Biologin im Pflanzenschutz bei Bayer, nicht mehr aus. Wer Obst zu viel hat oder es aus Altersgründen nicht mehr pflücken oder Quitten und Äpfel nicht mehr verarbeiten kann, bestellt die beiden Damen. Diese ernten das Obst, verarbeiten es und bezahlen die Gartenbesitzer mit selbst hergestellten köstlichen Aufstrichen für ihre Gabe. Eine nachhaltige Geschäftsidee, die sich offenbar bewährt hat.

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Gekocht werden die fruchtigen Träume in einer Industrieküche in Monheim im Thermomix. Damit auch alles lebensmitteltechnisch seine Richtigkeit hat. Obwohl das ehemalige Hobby in Arbeit ausgeartet ist (O-Ton: „Einmal mussten wir auf die Schnelle 750 Mini-Gläschen als Give-Aways für eine hiesige Firma herstellen“) , lieben die beiden Freundinnen das Marmelade-Kochen nach wie vor. Und dabei ganz besonders das Experimentieren und Ausprobieren immer anderer Fruchtzusammenstellungen. Aronia und Quitte beispielsweise, Süßkirsche und Holunder, Orange/Apfel oder Kürbis/Ingwer, Erdbeer Frizzante mit Prosecco und Minze, oder frisch für die Weihnachtszeit Pflaume/Zimt oder Bratapfel. Künstlich ist übrigens nichts an den Aufstrichen.

Die beiden Damen garantieren 62 Prozent Frucht, der Rest ist normaler Gelierzucker und manchmal Gewürz. Das verwendete Obst ist ohne Pflanzenschutzmittel und künstlichem Dünger angebaut. Im heimischen Garten dient Heike Hungenberg Pferdemist als einzige Gedeihhilfe. Auch in den privaten Gärten, in denen sie ernten, ist Chemie verpönt.

„Frucht Natur“ ist mittlerweile auf bis zu zehn Herbst-, Frühjahrs-, Kreativ- und Weihnachtsmärkten im Jahr vertreten. Das nächste Mal am 30. September bei der Familienmesse vor der Stadthalle in Langenfeld. Außerdem gibt es die Gläschen im Reusrather Bauernladen von Modemann zu kaufen und im Raiffeisenmarkt in Opladen oder aber bei Hungenberg und Tiedeck ab Haus. Es gibt um die 30 verschiedene Sorten, die sich saisonal ändern. 200-Gramm-Gläser kosten 2,50 Euro inklusive 0,50 Cent Pfand. Die Gläser werden wiederverwendet, die Deckel sind neu, sagt Tiedeck. Mindestens ein Jahr sind die Fruchtaufstriche haltbar. Dreimal im Jahr gibt es ein offenes Frühstück im Privathaus an der Grünewaldstraße, bei dem sich jeder nach Anmeldung vom Wohlgeschmack der handgemachten Leckereien überzeugen kann.

Im Advent wird das letzte in diesem Jahr stattfinden.