1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden/Langenfeld: Segelflieger suchen Käufer

Hilden/Langenfeld : Segelflieger suchen Käufer

Der Flugbetrieb am Kesselsweier ist seit 2008 eingestellt. Die Luftsportler fliegen mittlerweile in Langenfeld. Vereinsheim und Hangar befinden sich aber weiter in Hilden, weil bislang kein geeigneter Käufer gefunden wurde.

Unten arbeiten, oben wohnen — diese Variante erwägen die meisten, die sich für das Vereinsheim der Luftsportgruppe (LSG) Kesselsweier an der Stadtgrenze zwischen Hilden und Haan interessen, berichtet Dr. Hans Joachim Knops. "Wir sind aber noch in Verhandlungen", sagt der zweite Vereinsvorsitzende. "Es ist schwierig, geeignete und zahlungswillige Nutzer zu finden."

Die Segelflieger können mit ihrem Vereinsheim an der Elberfelder Straße nichts mehr anfangen. Seit 2008 ist der Flugbetrieb am Kesselsweier eingestellt, weil die Startbahn 200 Meter zu kurz ist. Zum 31. Dezember dieses Jahres hebt die Bezirksregierung die luftaufsichtliche Genehmigung offiziell auf. Damit erlischt auch der Pachtvertrag für die Segelflugwiese mit der Stadt, die nun nach neuen Verwendungen Ausschau hält. Das Grundstück mit dem Vereinsheim und dem Hangar wurde über Erbbaurrecht langfristig an die Luftsportgemeinschaft übertragen. Wir haben sehr viele Eigenleistungen in den Hangar und das Vereinsheim gesteckt", sagt Knops. 1994 sei die Halle eingeweiht worden. "Dafür hatten wir den ursprünglichen Kuhstall, der zu dem Gut gehörte, umgebaut, und zwar so, dass sich die Halle in die Landschaft einfügte und die Backsteinfassade erhalten blieb." Auch das eigentliche Gutsgebäude, das ungefähr aus dem Jahr 1900 stamme, hätten die Vereinsmitglieder "mit viel Engagement" bis 2003 umfassend saniert.

  • Hilden/Haan : Flieger verlassen Kesselsweier
  • Hilden/Haan : Aus für Segelflug am Kesselsweier: Verein bleibt bestehen
  • Hilden/Langenfeld : RP verlost einen Freiflug

Noch nutzt die Luftsportgruppe das Vereinsheim ab und zu für Treffen. Auch im Hangar stehen weiterhin einige Flugzeuge. Grundsätzlich spielen sich das Vereinsleben und die Fliegerei aber mittlerweile in Langenfeld ab. Die Fusion mit der dortigen — etwas größeren — Luftsportgruppe Erbslöh sei in Einzelheiten vorbereitet. "Das Zusammenwachsen beider Vereine läuft bereits sehr harmonisch ab", berichtet Hans Joachim Knops.

Ein Teil der Flugzeuge befinde sich schon im Wiescheider Hangar. "Um die Fusion vollziehen zu können, müssen wir aber unsere beiden Gebäude am Kesselsweier verkauft haben", erklärt der zweite Vorsitzende. Die Häuser einfach abzureißen wäre angesichts der hineingesteckten Mühen und Kosten "verheerend". Für die künftige Nutzung der 650 mal 250 Meter großen Flugplatzwiese gibt es schon mehrere Vorschläge. Zum Beispiel dort Modellflug, Paragliding und Ballonfahren zu erlauben oder eine Hundewiese anzulegen. Beides stieß jedoch auf Protest. Grüne und Freie Liberale wollen das Gelände, das an ein Landschaftsschutzgebiet und ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet stößt, ökologisch aufwerten.

Die Stadt Hilden will vor einer endgültigen Entscheidung abwarten, wie das bisherige Vereinsgebäude künftig genutzt wird.

(RP)