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Hilden: Seeunfall: Zeugen sind traumatisiert

Hilden : Seeunfall: Zeugen sind traumatisiert

Die drei Freunde, die mit dem später verunglückten Zwölfjährigen aus Norwegen im Tretboot auf dem Unterbacher See waren, besuchen das städtische Schulzentrum Hilden. Fast alle Schulen beschäftigte der Fall gestern im Unterricht.

Das schreckliche Ende einer Tretbootfahrt auf dem Unterbacher See beschäftigt viele Jugendliche in Hilden. Ein Zwölfähriger aus Norwegen war in den See gestürzt und konnte nur noch tot geborgen werden. Er war bei einem Cousin aus Hilden zu Besuch. Er und die beiden anderen Augenzeugen besuchen das städtische Schulzentrum Holterhöfchen in Hilden, einer von ihnen ist gestern zu seinem Klassenlehrer in der Fabry-Realschule gegangen, um ihm von dem schrecklichen Unfall zu erzählen.

 Stundenlang dauerte die Suche. Die Hildener Jungen wurden zunächst von Notfallseelsorgern und gestern von Lehrern und Sozialarbeitern betreut.
Stundenlang dauerte die Suche. Die Hildener Jungen wurden zunächst von Notfallseelsorgern und gestern von Lehrern und Sozialarbeitern betreut. Foto: staschik

"Wir haben im kleinen Kreis darüber gesprochen", berichtet Sabine Klein-Mach, Leiterin der Wilhelm-Fabry-Realschule: "Wir als Schule kümmern uns auch. Der Schüler hat signalisiert, dass ihm das Sprechen gut tut." Ende der Klasse 5 könnten Fabry-Schüler schwimmen: "Wir haben ja das Bad Hildorado direkt vor der Tür." Alle drei Jungen sind traumatisiert und müssen versuchen, mit dem Ereignis fertig zu werden, heißt es. Die drei waren gestern in der Schule und wurden vom Schulsozialarbeiter betreut. Sie wollen den Norweger vor der Bootstour gefragt haben, ob er schwimmen könne. Das soll der Zwölfjährige bejaht haben.

An vielen Schulen war der Unfall gestern das beherrschende Thema. "Alle Schüler sind sehr erschrocken", berichtet Eduard Haas, Vertreter der Schulleitung der Theodor-Heuss-Schule: "Die Kollegen gehen darauf im Unterricht ein. Wir sind auch schon mal mit den Jugendlichen Tretboot auf dem Unterbacher See gefahren. Viele haben dabei trotz Ermahnung Blödsinn gemacht und konnten sich nicht vorstellen, dass dabei so etwas Schreckliches passieren und man mit 13 nicht schwimmen kann." An der Heuss-Schule gebe es in den Klassen 5, 6 und 7 regelmäßig Schwimmunterricht. Haas: "Bei uns hat jeder Schüler mindestens das Seepferdchen-Abzeichen."

An der evangelischen Wilhelmine- Fliedner-Schule gibt es zwar keinen Schwimmunterricht, doch Gesprächsbedarf habe es in den fünften Klassen auch dort gegeben, berichtet Schulleiter Guedo Wandrey. "Ich wurde von den Schülern angesprochen, da sie sehr betroffen waren über die Nachricht." Man habe intensiv im Unterricht über den Vorfall und seine Bedeutung diskutiert. Wandrey: "Das werde nicht nur ich so gemacht haben, das haben sicher auch andere meiner Kollegen so gemacht."

(RP)