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Sechstklässler des Helmholtz-Gymnasiums setzen sich für die Umwelt ein

Drei Freunde bauen Insektenhotels für Biologie-Projekt : Sie retten im Homeschooling die Umwelt

Drei Sechstklässler des Helmholtz-Gymnasiums haben genug vom Homeschooling und wünschen sich Abwechslung. Dafür haben die drei Freunde tolle Ideen: Mit Insektenhotels und Co. schützen sie die Umwelt und möchten auch andere ermutigen.

Mit wenig Aufwand lässt sich viel für den Umweltschutz erreichen, darin sind sich Paul Messerschmidt (12), Tim Pawlik (11) und Anton Reisinger (12) einig. Die drei sind beste Freunde und besuchen die Klasse 6c des Hildener Helmholtz-Gymnasiums. Pandemiebedingt ist Homeschooling für sie seit vielen Monaten Normalität. „Manchmal haben wir viele Videokonferenzen am Tag, da kriegt man richtig Kopfschmerzen“, berichtet Paul. Und auch sonst sei das Homeschooling auf Dauer recht öde und nicht so interessant wie der richtige Unterricht. Abhilfe schaffen die drei Sechstklässler selbst: Für ein Projekt haben sie sich viele Dinge ausgedacht, mit denen sie die Umwelt schützen.

„Natur-Arten und Umweltschutz“ heißt das Projekt, welches ihre Biologie-Lehrerin angestoßen hat. „Wir wünschten, es gäbe mehr solcher Projekte. Wir haben auch schon eines über das Rauchen gemacht, das war auch toll. Das haben wir mit Playmobil-Figuren umgesetzt“, erzählt Anton. Spaß macht den Freunden auch der Sportunterricht außerhalb der Schule: „Da müssen wir Fahrradfahren oder eine bestimmte Strecke laufen. Das machen wir dann zusammen.“

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Mit Feuereifer machten sich die drei auch für das Bio-Projekt gemeinsam an die Arbeit. Ganze sechs Insektenhotels haben sie schon gebaut. Deren Gehäuse besteht aus Konservendosen, „das ist doppelt gut, weil wir die Dosen auf diese Weise recyclen“, erklärt Paul. Die Dosen haben die Jungs bunt bemalt, teils mit Hilfe ihrer Geschwister, die sie mit ihrer Begeisterung für das Projekt auch schon angesteckt haben – ganz ohne Erwachsene. „Wir haben überlegt, was wir umsetzen können“, sagt Anton, „eine Anleitung dafür haben wir im Internet gefunden.“

Eines der Insektenhotels haben sie einem Freund geschenkt, der Naturforscher werden möchte, wenn er groß ist, für die anderen suchen sie noch Abnehmer. „Wahrscheinlich werden wir mal in der Nachbarschaft klingeln und fragen, wer eines nehmen möchte.“ Ganz wichtig ist Paul, Anton und Tim, anderen deutlich zu machen, dass kein großer Aufwand notwendig ist, um etwas für de Umwelt zu tun. Am Spielplatz „Am Eichelkamp“ wollen sie eine Anleitung aufhängen, wie man ein Insektenhotel bauen kann, die Anleitung außerdem per Nachrichtendienst über das Handy verschicken oder dort in ihren Status stellen.

Außerdem raten sie Erwachsenen, einfach mit für Tiere und Umwelt offenen Augen durch die Welt zu gehen und den eigenen Garten ebenso zu betrachten. „Im Garten kann man Blumen blühen lassen, auf freien Wiesen Wildblumensamen streuen“, sagen die Jungs. „Und muss man Laub immer sofort wegharken?“, fragen sie, fänden doch Igel darin ihr Zuhause. „Wenn die sich ein neues Zuhause suchen müssen und dabei vielleicht überfahren werden, ist das doch sehr traurig.“

An zehn Orten in Hilden haben die Freunde Flyer aufgehängt, auf denen steht, wie unklug es wäre, jedes Insekt, welches man zu Gesicht bekommt, weil es beispielsweise vermeintlich die Kaffeetafel im Garten stört, zu töten. „Insekten sind nützlich und werden für ein gesundes Ökosystem gebraucht. Rettet die Insekten! Man kann viel tun, ohne viel zu tun“, heißt es auf den Flyern.

Auch die Gärten der Familie der drei Jungen bieten Blumen und Tieren ein Zuhause, bei Tims Großeltern wird zudem jede Menge angepflanzt. Plastikmüll versuchen alle Familien schon lange zu vermeiden. „Aber leider hat die Plastikmenge in den letzten Jahren insgesamt immer mehr zugenommen“, berichtet Anton. Und hat eine tolle Idee für die nächste Fastenzeit, von der seine Oma aus der Kirchengemeinde Hilden-Haan erzählt hat: „Vor fünf Jahren gab es da eine Aktion, Plastik zu fasten. Das ist doch super und lässt sich leicht nachmachen.“

Bei der Kirchengemeinde überlegen die Jungen, ihr Projekt ebenfalls einzureichen, denn dort laufe ebenfalls eine Umweltschutz-Aktion. „Und vielleicht hängen wir unsere Flyer noch bei Gartenmärkten auf, da müssten sie ja eigentlich auch viele Menschen ansprechen, die sich mit Natur beschäftigen.“