Schwungvolle Satireshow mit Zukunftsvisionen

Hilden : Satireshow blickt in die Zukunft

Ein Blitzlichtgewitter aus originellen Ideen erlebten die Besucher der Literaturkursshow der „Helmholtzköpfe“ am Helmholtz-Gymnasium. Unter dem Titel „Top-Jobs und Job-Flops“ wechselten sich selbstgeschriebene Satireszenen mit Kurzfilmen ab – zu Recht ein mit sehr viel Beifall bedachter Bühnenabend.

Der Saal ist gebannt. Etliche aktuelle, gesellschaftspolitische Ereignisse greifen die Schülerinnen und Schüler in ihrem Programm auf, darunter auch brisante, engagiert umgesetzte Themen wie die Populismus-Problematik. Mit viel Abwechslung werden Top- und Flop-Berufe der Zukunft humorvoll absurd vorgeführt – wenn etwa der Wasserrohrbruch auf groteske Weise esoterisch beschworen werden muss, weil Handwerker komplett fehlen. Oder wenn wieder gelehrt werden muss, wie man, anstatt im Internet, im echten Leben „voll retro“ einkauft. Dabei fallen anerkennenswerte schauspielerische Talente mit starker Bühnenpräsenz auf. Interessante Beleuchtungseffekte, ausgefallene Kostümierungen, genau abgestimmte Choreografien und ein enormer Einsatz der ganzen Kursgruppe – all das bringt das Publikum in ausgelassene Stimmung. Spaß beim Zusehen macht vor allem die große Vielfalt an Rollenfiguren – von Influencern bis Politikberatern, Vertretern von Kirchen und Internetkonzernen oder auch Shishabar-Besitzern, die kurios zu IT-Programmierern umgeschult werden sollen. Ebenso ulkig und visuell ansprechend wirkt das Szenario im verrückt spielenden autonomen Auto. Die Digitalisierung thematisiert die Show zudem in fesselnd gedrehten und gespielten Filmen. Sehr amüsant visualisieren sie bizarre Folgen der Gesichtserkennung oder des Lebens in virtuellen Welten. Während einer rasanten Abfolge von einfallsreichen Pointen kommen an diesem Abend viele Fähigkeiten zum Einsatz – so auch bei Tanz- und Gesangsbeiträgen. Der schwungvoll gesungene und zugleich böse ironisch gedichtete Charity-Song für die Brexitpolitiker reißt den ausverkauften Saal zu Szenenapplaus mit.

Es ist eine beachtliche Leistung, 60 unterschiedliche Schülerpersönlichkeiten zu motivieren, so dynamisch aufzutreten. Kursleiterin Verena Wilkes gelingt die Koordination eines auch von den Akteuren begeistert gefeierten Events. „Das war echter Teamspirit“, freut sich der 17-jährige Simon Engels. Was alle Beteiligten leisten, ist wirklich ein ganz besonderer „Top-Job“.

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