Hilden: Schweitzer-Areal: Baustart erst 2020

Hilden: Schweitzer-Areal: Baustart erst 2020

Bürgermeisterin Birgit Alkenings schlägt vor, das Vermarktungskonzept zu ändern. Politiker beraten am Mittwoch.

Das Schweitzer-Gelände ist Hildens größtes kommunales Bauprojekt. Bis zu 125 Wohnungen könnten auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule zwischen Lindenstraße/Dagobert- und Kunibertstraße entstehen. Doch der Weg dahin ist mit Hindernissen gepflastert. Am Mittwoch diskutiert die Politik wieder über das Vorhaben. Bürgermeisterin Birgit Alkenings schlägt vor, das Vermarktungskonzept radikal zu ändern.

Bauträger Bislang war geplant, die Grundstücke möglichst kleinteilig an unterschiedliche Initiativen und Bauträger zu vergeben. Das Tiefbauamt sollte den Bau der Straßen und Kanäle als Bauherr leiten. Seit zwei Jahren ist dort eine wichtige Ingenieur-Stelle frei. Der Markt ist quasi leer gefegt. Größere Kommunen bieten bessere Konditionen. "Deshalb können wir die Projektleitung nicht wahrnehmen", sagt Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH kann diesen anspruchsvollen Job auch nicht übernehmen. Auch ihr fehlen Fachleute dafür. Und die WGH müsste den Gesellschaftsvertrag ändern. Dann wäre sie aber nichts anderes als ein städtisches Amt. "Die üblichen Nachverhandlungen mit Auftragnehmern sind dann ausgeschlossen", erläutert die Bürgermeisterin. Deshalb schlägt sie vor, das ganze Areal einschließlich Straßen und Kanälen von einem einzigen Investor entwickeln zu lassen.

Auswahl Den Zuschlag soll nicht der bekommen, der am meisten zahlt, sondern der, der das beste Konzept vorlegt. Dieses Modell empfiehlt das Bundesbauministerium, sagt Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger: "Die Stadt Köln wendet dieses Verfahren bereits an." Die Stadt Hilden könnte mit dem Investor einen Anteil von Einfamilienhäusern, preisgedämpften und öffentlich geförderten Wohnungen vertraglich vereinbaren. Stuhlträger warnt aber vor überzogenen Erwartungen: "Ein Investor wird sich nur finden, wenn das Projekt für ihn wirtschaftlich ist." Die Wohnungen werden nach einem Punktesystem vergeben. Dabei sollten Hildener bevorzugt werden. Das geht laut einer Richtlinie der EU-Kommission rechtlich nicht mehr. "Das ist schade, aber nicht mehr zu ändern", sagt Stuhlträger: "Wir wollen nicht die erste Kommune sein, die deshalb verklagt wird."

  • Kommentar : Nicht leicht, aber machbar

Finanzen Bei einem Zuschlag zum Mindestgebot (390 Euro/m2) würde die Stadt Hilden einen buchhalterischen Verlust von rund 507.000 Euro machen. Das hat mit dem relativ hohen Wert zu tun, mit dem die Stadt bei der Eröffnungsbilanz Schule und Grundstück bewertete. "Das sind Buchwerte", sagt Bürgermeisterin Birgit Alkenings dazu: "Von einem leeren Schulgebäude hätten wir als Stadt auch nichts." Bei einem Zuschlag von 430 Euro/m2 für das Grundstück könnte die Stadt eine angestrebte "schwarze Null" zählen - und ihre wohnungspolitischen Ziele erreichen. Die Erschließungskosten kalkuliert die Verwaltung mit 2,4 Millionen Euro.

Ausschreibung Der Investor muss in einer europaweiten Ausschreibung gefunden werden. Dabei muss sich die Stadt von einer Anwaltskanzlei beraten lassen.

Zeitplan Wenn der Rat zustimmt, könnte im Herbst ausgeschrieben und im Dezember über die Vergabe entschieden werden. Etwa ein Jahr später könnten die Bauarbeiten dann beginnen, schätzt die Bürgermeisterin.

(cis)
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