Haan: Schutz für die Streuobstwiese

Haan : Schutz für die Streuobstwiese

Gisela und Helmut Hill haben einen Bürgerantrag gestellt. Der Stadtrat soll den Bereich der alten Hofschaft Horst unter Denkmalschutz stellen. Über den Antrag wird erstmals im Hauptausschuss beraten.

Die Streuobstwiese in der alten Hofschaft Horst – zwischen Breidenhofer-, Thienhausener- und Horststraße gelegen – soll dauerhaft erhalten bleiben. In einem Bürgerantrag äußern Gisela und Helmut Hill, die ein Baudenkmal in dem Bereich bewohnen, den Wunsch, dass die Stadt die Wiese als Gartendenkmal oder die alte Hofschaft als Denkmalbereich unter Schutz stellt. Der Bürgerantrag steht auf der Tagesordnung zur nächsten Hauptausschuss-Sitzung am 20. April (17 Uhr, Rathaussaal). Dieses Gremium soll die Eingabe zur weiteren Beratung an den Planungs- und Umweltausschuss verweisen, wird zum Beschluss vorgeschlagen.

Auslöser für die Sorge um die Wiese war der vor wenigen Jahren errichtete Neubau Horst 9. Das Gebäude wirkt wuchtig und lässt das Baudenkmal Horst 8 an Wirkung verlieren. "Damals waren wir ärgerlich über uns selbst, dass wir nicht tätig geworden sind", sagt Helmut Hill. Das soll nicht noch einmal geschehen. Aber auch das Schicksal der "Pumpstation" trug zu der Initiative bei. Das Baudenkmal gleich oberhalb der Eisenbahnlinie lebte von der Baumallee und den umgebenden Flächen. Jetzt ist es von Neubauten eingekeilt und wird kaum noch wahrgenommen.

Wiese für Schmetterlinge

Familie Hill und Nachbarn wollen sich am Spatzenprojekt der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt beteiligen und durch spezielles Saatgut die Grünfläche vor dem Haus (Teile davon sind privates Eigentum) in eine Schmetterlingswiese verwandeln. Die Stadt hat ihre Wiesenfläche ebenfalls für das Pflanzenprogramm ausgewählt, das Insekten anlocken soll, deren Larven Spatzen zur Aufzucht ihrer Jungen benötigen.

Vor 18 Jahren schon gab es Überlegungen, nördlich der Wiese sechs Häuser zu errichten. Das Projekt scheiterte aber an der aufwändigen Erschließung in Sachen Abwasserbeseitigung. Zwar hat die Stadt 2003 die Wiese für nicht bebaubar erklärt, doch wollen die Anwohner mehr Schutz. "Wir müssen jetzt etwas tun, weil wir damals nicht aktiv geworden sind", sagt Helmut Hill unter Hinweis auf die Bebauung südlich der Wiese. "Damals kam der Bauherr und hat uns Pläne gezeigt, die Häuser mit Schlagläden vorsahen. Gebaut worden ist aber etwas anderes", fügt Gisela Hill hinzu, die den Erhalt der Wiese auch als "Verpflichtung der Geschichte gegenüber" sieht. Immerhin wurde das Häuserensemble mit der Wiese urkundlich bereits im Jahre 1410 als "Up der Horst" genannt.

"Wir-Gefühl heißt Gartenstadt"

Das Ehepaar sieht in seinem Antrag für die Wiese aber noch mehr. Es geht im Grunde um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Charakters von Haan als Gartenstadt. Helmut Hill sieht das Etikett "Gartenstadt" als weichen Standortvorteil an, der es Bürgern ermögliche, sich mit ihrer Stadt zu identifizieren. "Das Wir-Gefühl in Haan heißt Gartenstadt."

(RP)
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