Kreis Mettmann: Schüler klagen immer häufiger über Rückenschmerzen

Kreis Mettmann: Schüler klagen immer häufiger über Rückenschmerzen

Mit dem Therapieangebot schließen DRV Rheinland und UniReha eine Versorgungslücke für Kinder und Jugendliche.

Dass Schmerzen im Kinder- und Jugendalter zunehmen ist in der Medizin keine Erkenntnis. Laut einer Befragung des Robert-Koch-Instituts gaben über 75 Prozent der Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren an, während der vergangenen drei Monate an Schmerzen gelitten zu haben. Rund die Hälfte davon betrafen den Rücken. Auch Übergewicht und neurologische Erkrankungen nehmen in dieser Zielgruppe zu.

"Darum sind wir froh, dass wir in Partnerschaft mit dem Zentrum für Prävention und Rehabilitation an der Uniklinik Köln, der UniReha GmbH, nun eine ambulante Rehabilitation für Kinder und Jugendliche anbieten können", sagt Jochen Müller, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Rheinland. Das seit dem 1. Juni bestehende Angebot wurde aufgrund einer Gesetzesänderung möglich und ist nach Angaben der DRV bundesweit erstmalig.

Als regionales Modell sollen hier erste Erfahrungen gesammelt werden, um dann prüfen zu können, wie sich eine solche ambulante Reha deutschlandweit umsetzen ließe. "Wir haben mit diesem Modell noch keine Erfahrungen und können auch noch kein konkretes Netzwerk mit den Patienten nahe gelegenen Rehazentren vorweisen", gibt Müller zu.

Dennoch könnten sich Menschen aus dem gesamten Rheinland, also auch aus dem Kreis Mettmann, melden. Man werde dem Bedarf entsprechend Einrichtungen auswählen. Eine ärztliche Überweisung oder gar umfangreiche Gutachten seien für eine Anmeldung zur ambulanten Reha für Kinder und Jugendliche nicht notwendig.

Im Gegenteil: "Der Kontakt erfolgt in der Regel durch die Familie, aber natürlich auch über Kinder- oder Hausärzte. Am besten sprechen Eltern zunächst unsere Experten an, die teilen dann mit, was genau zu welchem Zeitpunkt benötigt wird", erklärt Jochen Müller. Mit dem neuen Angebot sei eine Versorgungslücke geschlossen worden. "Wir hoffen, damit in Ergänzung zu den stationären Reha-Angeboten einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheitsförderung sowie die Sicherung der Ausbildungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen zu leisten", sagt der Geschäftsführer der DRV Rheinland, Holger Baumann.

  • Kreis Mettmann : Nach der Schule in die ambulante Reha

Zwar sei bekannt, dass die Rentenversicherer sich um die Gesundheit der Erwachsenen kümmern, um sie "in Lohn und Brot" zu halten, aber auch für Kinder und Jugendliche gebe es schon länger entsprechende Angebote. Mit der ambulanten Reha könne man nun noch besser präventiv wirken: Mit einer Therapieform, die sich in die Lebensumstände der Heranwachsenden einpassen lässt und die sie nicht für eine Zeit lang aus ihrem Umfeld reißt.

"Unser Ziel ist die zeitliche Vereinbarung der Alltagsaktivitäten mit dem therapeutischen Konzept", ergänzt Professor Dr. Eckhard Schönau, Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter der UniReha. "Wir hoffen, so ein ambulantes Angebot konzipiert zu haben, das mit der Lebenswirklichkeit unserer Patienten, also Schule, Ausbildung und alltägliches Familienleben, in Einklang zu bringen ist."

Über sechs Monate wechseln sich kurzfristige wöchentliche Therapiephasen am Nachmittag mit zweiwöchentlichen einzelnen Therapieeinheiten ab.

Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Anleitung für ein Trainingsprogramm, das zu Hause fortgeführt werden kann.

(RP)