1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden/Langenfeld: Schräg in den Herbst – aus zweiter Hand

Hilden/Langenfeld : Schräg in den Herbst – aus zweiter Hand

Wer sich nicht nur nach dem Angebot der großen Marken richten will, für den sind Secondhand-Geschäfte eine echte Alternative.

Auf die Suche nach aktueller Herbstmode muss sich niemand lange machen. In ihren Schaufenstern präsentieren Modegeschäfte und Boutiquen das, was derzeit "in" ist. Ob Karo in Rottönen oder klassisch schwarz-weiße Muster – alles liegt vorsortiert für den Kunden in den Regalen bereit. Wer aber abseits des Modediktats nach dem richtigen und vor allem seinem individuellen Herbstoutfit sucht, für den kann sich ein Besuch in einem Secondhand-Laden lohnen. Dort sind nicht nur die Kleidungsstile vollkommen gemischt – in manchen Geschäften gibt es auch schrille Schätze zu Schnäppchenpreisen.

Alles andere als muffig riecht es bei "Mikado Second Hand" am Warrington-Platz 25 in Hilden. Dem geläufigen Bild eines verstaubten Geschäfts, das getragene Kleidung aus zweiter Hand noch einmal an den Mann zu bringen versucht, entspricht es nicht. Auch das Angebot überzeugt: Nach Größen sortiert hängt die Kleidung ordentlich auf Kleiderhaken, vom Zustand her unterscheidet sie sich im Wesentlichen nicht von Produkten aus erster Hand.

Wer das richtige Gespür fürs Kombinieren beweist, der kann bei Mikado durchaus schräge Mode finden: Da gibt es einen beigefarbenen Kurzmantel aus Lack mit einem separaten Kragen in Leopardenoptik (89 Euro), eine flauschige Kosakenmütze aus grauem Webpelz (etwa 20 Euro) und einen roten Wollminirock (etwa 18 Euro) im Stil der 60er Jahre. Inhaberin Gabriele Schwarz achtet nach eigener Aussage sehr darauf, was sie ihren Kunden zum Verkauf anbietet. "Klamotten, die zu alt oder kaputt sind, nehme ich nicht an", sagt die gelernte Hutmacherin. Ihr Angebot richtet sich eher an Frauen ab Ende 30, Schwarz beschreibt es als klassisch. Viel Strick, Kaschmir, Daunenjacken – so etwas sei derzeit sehr gefragt. "Die meisten meiner Kundinnen suchen Ergänzungen zu ihrem Outfit", sagt Schwarz. "Sie wollen nicht immer nur das Gleiche tragen."

Natürlich ist sie bei dem, was sie anbietet, darauf angewiesen, was die privaten Verkäufer ihr bringen. Aber: "Das ist heute eine ganze Menge." Kaum etwas davon seit älter als drei Jahre. Die Einstellung gegenüber Secondhand-Geschäften habe sich gewandelt. "Einige meiner Kundinnen erzählen mir, dass sie früher nie hier eingekauft hätten", sagt Schwarz.

Bei "Noelle Exklusiv", Am Kronengarten 3, reicht das Angebot der Secondhand-Ware von sportlich bis verspielt. Inhaberin Gabriele Erdmann führt in ihrem Laden in Hilden besonders Designer-Marken wie Marc Caine, Schumacher, Belstaff, Joop und Dior. "Hier kriegt man noch Qualität", sagt eine ältere Kundin, auch wenn man nicht gewillt sei, ein Vermögen dafür auszugeben. Echte Hingucker finden Modebegeisterte auch hier – wie die Handtasche in Krokodiloptik.

"ProDonna" ist zwar ein Secondhand-Geschäft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), um einen ärmlichen Ramschladen handelt es sich aber dabei nicht. Der Shop hat einen Verkaufsbereich, eine Schneiderwerkstatt sowie einen Wasch- und Bügelservice. Bevor die ausrangierten Kleiderspenden in den Verkauf gehen, werden sie von den Mitarbeiterinnen aufgearbeitet. "Mit Müll können wir nichts anfangen", betont Projektleiterin Dorothea Domasik. In dem Geschäft an der Solinger Straße 63 in Langenfeld arbeiten zwar nur Frauen, aber Kleidung gibt es dort auch für den Mann. Das Angebot wird an die Jahreszeiten angepasst.

(emy)