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Schmerzfreier Zahnarztbesuch. Hildener Praxis bietet neues Verfahren.

Hilden : Keine Angst mehr vor dem Bohrer

Viele Patienten scheuen den Zahnarztbesuch aus Angst vor Schmerzen. Dabei gibt es Möglichkeiten, eben genau diese deutlich zu verringern – allen voran die Laserbehandlung.

Manchmal genügt ein einziges Geräusch, um Menschen in Unbehagen zu versetzen: Das schrille Surren des Zahnarztbohrers, das bei Kontakt mit dem Gewebe in ein stumpfes Dröhnen übergeht, gehört auf jeden Fall dazu. Es hat wohl Generationen von Patienten geprägt – und lässt manche einen großen Bogen um den Zahnarzt machen. „Dabei ist es natürlich immer besser, frühzeitig zu kommen, anstatt mit einem Problem lange zu warten“, betont Dr. Patrick Kusakis vom Zahnzentrum Hilden wohl stellvertretend für die ganze Zunft. Ihn suchen laut eigener Aussage immer wieder Patienten auf, die den Fachleuten schon länger nicht mehr die Zähne zeigten.

Sie lockt dabei die Aussicht auf eine weitgehend schmerzfreie Behandlung, die zum Teil sogar ohne die fiese Betäubungsspritze auskommt. Seit sechs Jahren behandelt Kusakis einen großen Teil seiner Patienten mit einem Lasersystem. Das hat zwei Komponenten: Der „Neodym-YAG-Laser“, der aussieht wie ein kleiner Stift, kommt an der Schleimhaut zum Einsatz. „Der funktioniert wie ein Skalpell“, erklärt der Zahnarzt. Der „Erbium-YAG-Laser“ wiederum, der an einer Art Roboterarm befestigt ist, könne direkt am harten Knochen angewandt werden. Und das rattert zwar in den Ohren, läuft aber mit kurzen Pulsen und ohne die typischen Vibrationen ab – und es verursache deutlich weniger Beschwerden als der berüchtigte „Rosenbohrer“.

Anders, als man glauben könnte, sei es aber kein Hitze-, sondern Kältegefühl, das die Patienten bei der Behandlung spürten, erklärt Kusakis – und betont: „Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten mit dem Laser ist extrem breit“. Ob Karies- oder Wurzelkanalbehandlung, Desinfektion der Wurzelkanäle oder im Kampf gegen Parodontitis – „wir können im Grunde alles machen, wofür man rotierende Instrumente oder Skalpell verwendet“. Auch Bakterien könne der Laser effektiv bekämpfen.

Bei einer Freilegung von Implantaten vermeide der Einsatz eines Lasers einen größeren Schnitt. „Es geht nur ein winziger Punkt in die Schleimhaut.“ Zwar könne die Behandlung auf der Basis der stark gebündelten Lichtstrahlen zum Teil ein wenig länger dauern. Dafür erspare man sich in den meisten Fällen die Anästhesie, die wiederum Zeit koste.

Keine Option ist der Laser hingegen zur Entfernung von Amalgam. Manchmal bestehe ein Patient auch auf den gewohnten Bohrer. Gängig ist der Laser noch nicht: Nur ein geringer Prozentsatz der Praxen nutzt die Möglichkeiten der Lichtbündelung. Das ist letztlich auch eine Kostenfrage: Mehrere zehntausend Euro kostet ein System wie im Hildener Zahnzentrum. Und für die Patienten ist die Laserbehandlung mit einer Zuzahlung verbunden, weil sie nicht zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen zählt.

Mehr Risiken als eine konventionelle Behandlung habe der Laser nicht – das betonen sämtliche Ärzte, die ihn verwenden. Allerdings geht nichts ohne Schutzbrille. Schließlich könne ein Strahl dem Auge gefährlich werden, betont Kusakis.

Um Behandlungen aber auch unabhängig vom medizinischen Gerät schmerzarm zu halten, ist natürlich weiterhin eine richtige Betäubung gefragt. Und auch die hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt: So gebe es zum Beispiel inzwischen die Möglichkeit, auch einzelne Zähne lahm zu legen, ohne den halben Kiefer taub werden zu lassen, erklärt Kusakis.

Doch – das zeigt die Stressreaktion mancher Patienten auf das unheilverkündende Bohrgeräusch – manchmal ist es eben auch die Psyche, die dem Patienten einen Streich spielt. „Es ist wichtig, Wartezeiten kurz zu halten und sich gerade bei der ersten Behandlung viel Zeit zu nehmen, und zu erklären, was man vorhat“, betont Kusakis. Besondere Perspektiven sieht er durch die neue Technologie für Kinder, deren Verhältnis zum Zahnarzt noch nicht traumatisch beeinflusst ist: „Sie finden den Laser oft irgendwie lustig – und behalten den ersten Kontakt mit der Praxis nicht durch den Bohrer im Gedächtnis.“