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Haan: Scheune weicht neuen Wohncontainern

Haan : Scheune weicht neuen Wohncontainern

Bis 2014 sollen an der Ellscheid weitere 30 Plätze für Flüchtlinge nutzbar sein. Die provisorischen Heime werden für 15 Jahre gemietet.

Aktuell leben 27 Flüchtlinge in den Wohncontainern an der Ellscheider Straße. In einigen Monaten könnten es mehr als doppelt so viele sein. Denn zwischen dem heutigen Standort der Container und der Autobahn wird ein weiterer zweigeschossiger Bau aus Fertigelementen platziert, in dem bis zu 30 Personen leben könnten. Um dafür Platz zu machen, wird die alte Scheune des benachbarten Anwesens abgerissen. Der früher vom Bauhof genutzte Bau sein "abgängig", erklärte Ute Eden, Leiterin des Gebäudemanagements im Gespräch mit der RP.

Der Abrissantrag sei bereits gestellt worden. Der Bauantrag für die Container werde in einigen Tagen folgen, kündigte die Architektin an. Die provisorischen Gebäude sollen für 15 Jahre stehen bleiben, hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt. In dieser Zeit werden sich die Mietzahlungen von 85 000 Euro pro Jahr zu einer erklecklichen Summe addiert haben. Hinzu kommt der sechsstellige Aufwand für Abriss und Fundamentarbeiten.

An diesem Punkt gab es in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses einige Kritik. Anstatt für Fundamente — in der Ellscheid und am geplanten weiteren Standort Landstraße — weit mehr als eine Million zu verbauen und zusätzlich über die Mietzeit Millionen für die Container auszugeben, könnte doch auch eine Immobilie erworben und hergerichtet werden. Der Einwand der Politik ist berechtigt, doch aus haushaltsrechtlichen Gründen kann dieser Weg nicht beschritten werden. Ein Neubau nämlich gilt als investive Ausgabe. Und dafür gibt es in Etat und Finanzplan keine Luft. Anders für so genannte konsumtive Ausgaben. Dennoch, so trug die Politik der Verwaltung auf, solle beim Kreis um eine Ausnahme gebeten werden.

"Das Gebäudemanagement ist beauftragt worden, Container an der Ellscheid zu errichten", hält Ute Eden an der Marschroute fest. Zunächst sollen die Fundamente für die Hauselemente und die Hausanschlüsse erstellt werden. Dann kommen die Container. Möglicherweise muss der Lieferauftrag europaweit ausgeschrieben werden, was den Zeitplan sehr eng gestaltet.

Der Zustand der heutigen Wohncontainer ist nicht gut. "Die Container an der Ellscheid und an der Düsseldorfer Straße sind sehr alt. Wir versuchen, die Lebensdauer zu verlängern", sagte Eden. Irgendwann werde dies nicht mehr gehen, dann müssten die Container wohl ersetzt werden. In jedem Fall ist die Bauabteilung angehalten, die Heimkapazitäten zu erhöhen. "Wir haben einen höheren Bedarf", berichtet Ute Eden. Dass in den letzten Monaten die Zahl der neu zugewiesenen Flüchtlinge angestiegen ist, bestätigt auch Udo Thal, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend. Die Zahl der Flüchtlinge liegt mit derzeit 96 Personen mehr als dreifach höher als Ende 2008 (31) und doppelt so hoch wie im Oktober 2011 (48). Inzwischen sind in der früheren Grundschule Bachstraße 21 Personen einquartiert worden, erläuterte Thal. Größere Probleme habe es rund um die Unterhaaner Unterkunft deshalb bisher nicht gegeben. Im vorigen Herbst waren Verwaltung und Politik davon ausgegangen, dass diese Unterkunft nur für einige Monate bestehen bleiben muss. — Das könnte heute anders sein.

www.rp-online.de/hilden

(RP)