Hilden: Schäden an St. Jacobus

Hilden: Schäden an St. Jacobus

Feuchtigkeit und Risse setzen der Bausubstanz der katholischen Kirche an der Mittelstraße zu. Im Rahmen der Sanierung möchte Pfarrer Ulrich Hennes auch baulich neue Strukturen schaffen.

Risse haben sich im Mauerwerk der katholischen Pfarrkirche St. Jacobus gebildet, am Sockel rechts und links des Haupteingangs steigt die Feuchtigkeit ins Mauerwerk hoch und der Putz blättert von den Wänden. Schäden, die Pfarrer Ulrich Hennes (46) auf das Alter der Kirche zurückführt.

Und auch dort, wo der Bücherei-Anbau steht, sind mit den Jahren feuchte Stellen entstanden. "Ein Architekt muss genau prüfen, wodurch die Schäden entstanden sind und wie die Bausubstanz angemessen saniert werden kann", betont der Pfarrer. Das Problem ist seit einigen Jahren bekannt, und auch das Erzbistum Köln hat die Hildener Kirche bereits begutachten lassen. Dass bald etwas geschehen muss, sei unstrittig. Nur der Zeitpunkt stehe noch nicht fest.

Reichshof hat Vorrang

In ein oder zwei Jahren, so schätzt der Geistliche, starteten die Arbeiten. Die Gemeinde könne nur ein Projekt nach dem anderen angehen. Zunächst müsse der Reichshof auf den Weg gebracht werden. Der Kirchenvorstand ist mit dem Verkauf des Geländes an einen Investor, der dort Wohnungen bauen will, befasst. Sind die Verträge abgeschlossen, werde die Kirchensanierung angepackt.

Hennes, der seit Mai 2006 Pfarrer an St. Jacobus ist, würde gerne die Gunst der Stunde nutzen und einige bauliche Veränderungen vornehmen. Er will die "Orte anders in den Blick nehmen", aber nicht die historische Struktur verändern. Wenn man schon einmal dran sei, sollte zunächst der gesamte Innenraum einen neuen Anstrich bekommen.

Denkbar sei es außerdem, die vier Beichtstühle im Mittelschiff abzubauen und in der kleinen Seitenkapelle, in der jetzt das Taufbecken steht, einen würdigen Beicht-Ort zu schaffen. Das Taufbecken möchte Hennes gerne in den Altarraum setzen. Dort sei eine offenere Atmosphäre für Familie, Paten, den Geistlichen und die Messdiener als jetzt in der engen, recht dunklen Nische.

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Der Altarraum ließe sich durchaus ein wenig nach vorne in das Gotteshaus hineinziehen. Dann hätte der Pfarrer während der Messe eine bessere Sicht auch in die Seitenschiffe des Gotteshauses. Auch möchte er das Lichtkonzept in der Kirche ändern. Die zwei Schaltkreise müssten erweitert werden, um punktuell Helligkeit schaffen zu können.

Haupteingang barrierefrei

Ganz wichtig ist Ulrich Hennes die Neugestaltung des Haupteingangs an der Mittelstraße. Behinderte, ältere Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind und Mütter mit Kinderwagen kommen die Treppenstufen nicht hoch. Deshalb wird für diese Besucher der Gottesdienste regelmäßig der Zugang über die Sakristei geöffnet.

"Der Eingang muss dringend behindertengerecht ausgebaut werden", sagt der Pfarrer. Was von seinen Plänen, die mit der Kirchengemeinde abgestimmt sind, tatsächlich umgesetzt wird, hängt zum Großteil von den Kosten ab.

70 bis 80 Prozent übernimmt das Erzbistum Köln. Die übrige Summe muss die Kirche aus eigenen Mitteln bezahlen. Über die tatsächliche Höhe hat Hennes noch keine Auskunft. "Ein Architekt muss erst alles prüfen."

(RP)
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