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"Saubersack" soll Hilden schöner machen

Hilden : „Saubersack“ soll Hilden schöner machen

Trotz städtischer Reinigung verdrecken Straßen, Plätze und Grünanlagen immer mehr. Einwohner wollen dem nicht mehr tatenlos zusehen. Sie sammeln den Unrat ein – freiwillig. Diese Bürgerinitiative im besten Wortsinn unterstützt die Stadt jetzt mit einem „Saubersack“. Damit können die Müllsammler den Unrat kostenfrei entsorgen.

Matthias Mustafovski ist einer dieser freiwilligen Müllsammler. Ihm war aufgefallen, wie viel Glas, Metall und Unrat an der Itter herumliegt. Er hat keine Beschwerdemail an die Stadtverwaltung und den BRW geschrieben, sondern ist losgegangen und hat den Müll eingesammelt. Dabei hatte er von Anfang an tatkräftige Unterstützung von den Zwillingsbrüdern Massimo und Maurice. Gemeinsam fanden sie einen Namen für die ehrenamtlichen Saubermacher „Itter-Clean-Team“ – und immer mehr Unterstützer. Vor allem Jugendliche aus den Familien und dem Bekanntenkreis haben sich dem Team angeschlossen.

Die Grünen im Landschaftsverband Rheinland haben das „Itter-Clean-Team“ dafür kürzlich mit ihrem Regenbogenpreis ausgezeichnet. „Aktivitäten wie die des Itter-Clean-Teams sind ein ermutigendes Beispiel für das Engagement gegen die Vermüllung von Städten und Gewässern“, heißt es in der Laudatio.

Die Stadt will diesen Einsatz der Bürger für eine saubere Stadt und Umwelt unterstützen und hat deshalb den „Saubersack“ eingeführt. „Oft kamen Hildenerinnen und Hildener auf uns zu und fragten nach Säcken, um im Stadtgebiet Müll einzusammeln“, berichtet Ulrich Hanke, Leiter des städtischen Bauhofs: „Bisher konnten wir nur die grauen städtischen Müllsäcke anbieten. Diese kosten allerdings fünf Euro. Das schreckt viele ab.“ Der Saubersack hingegen ist orange, leicht transparent und stabiler als andere Müllsäcke. Er kann kostenfrei abgeholt und mit  dem eingesammelten Unrat beim Bauhof wieder abgegeben werden – ebenfalls kostenfrei. „Zum Aufsammeln geben wir auch extra Holzzangen aus“, erläutert Hanke.

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„Wir alle müssen mit anpacken, wenn es um die Sauberkeit Hildens geht“, appelliert Bürgermeister Claus Pommer an die Bürger: „Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Ich werde jetzt auch regelmäßig mit dem Saubersack und einer Zange zu sehen sein. Ich würde mich freuen, wenn noch weitere helfende Hände mit anpacken.“ Die Idee mit dem „Saubersack“ haben die Mitarbeiter des Bauhofs entwickelt, erläutert Baudezernent Peter Stuhlträger auf Nachfrage. Die Stadt hat rund 5000 „Saubersäcke“ bestellt. Finanziert wird die Aktion über die Abfallgebühren.

Allein wird die Stadt mit der wachsenden Müll-Flut nicht fertig. Immer mehr Zeitgenossen lassen ihren Abfall einfach fallen. Für viele sind schon ein paar Schritte zum nächsten Mülleimer zu weit. Dabei ist Hilden mit Abfallbehältern eigentlich gut versorgt, zählt die Verwaltung auf. Im Stadtgebiet stehen rund 750 Papierkörbe an 180 Bushaltestellen, 85 Depotcontainerstandorten, 30 Parkplätzen, 70 Spiel- und Bolzplätzen, 95 Grünanlagen und Grünwegeverbindungen sowie sonstigen Verkehrsflächen. Allein in der Innenstadt wurden rund 130 Papierkörbe aufgestellt. Dazu wird die Fußgängerzone zweimal täglich gereinigt – und sieht trotzdem häufig vermüllt aus. Im Sommer und insbesondere an den Wochenenden werde in Grünanlagen wie dem Stadtpark und verbotenerweise auch auf Kinderspielplätzen gerne gefeiert. Manche lassen anschließend ihren Müll einfach liegen oder legen ihn neben den Abfalleimern ab. Diese haben oft nur kleine Einwurflöcher, damit über die Abfalleimer kein Hausmüll illegal entsorgt wird.  „Die Verwaltung wird aber die Stadtbildpflege im Blick halten und die Ergebnisse der derzeitigen Organisationsuntersuchung auf dem Zentralen Bauhof in weitere Überlegungen zu der Verbesserung der Stadtsauberkeit einbeziehen“, verspricht Bürgermeister Claus Pommer.

(cis)