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RP-Radtour mit den Bürgermeisterkandidaten durch Hilden

RP-Radtour durch Hilden : Kandidaten radeln, Leser fragen

Birgit Alkenings möchte Bürgermeisterin bleiben, Claus Pommer und Ralf Küppers möchten das verhindern und selbst ins Rathaus einziehen. Welche Schwerpunkte sie legen würden, haben sie bei der Radtour mit RP-Lesern erklärt.

Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt besser kennenlernen, ihre Schwerpunkte verstehen und mit ihnen ins Gespräch kommen – am Sonntagvormittag sind Leser der Rheinischen Post mit Amtsinhaberin Birgit Alkenings (SPD), Claus Pommer (parteilos, unterstützt von Bürgeraktion, CDU, Grüne und FDP) sowie Ralf Küppers (unabhängig) durch Hilden geradelt und haben je zwei Orte angesteuert, die für sie persönlich bedeutend oder inhaltlich wichtig sind. Die Kandidaten hatten dort kurz die Gelegenheit, ihren Beweggrund vorzustellen, genau diesen Ort auszusuchen – danach stiegen ihre Mitbewerber und die RP-Leser in die Diskussion ein. Nach zehn Minuten zog der Tross dann weiter.

Ralf Küppers hatte sich eine Spielstraße und die Hochdahler Straße ausgesucht. Dort stellte er seine Ideen zum Thema Verkehr vor: „Ich wohne selbst an einer Spielstraße, und alle Autofahrer brettern da durch.“ Das würde er als Bürgermeister abstellen wollen, beispielsweise durch zusätzliche „Schrittgeschwindigkeit“-Schilder oder bauliche Veränderungen mit Hindernissen. An der Hochdahler Straße erklärte Küppers, dass er sich dafür einsetzen wolle, das nächtliche Tempo-30-Limit wieder abzuschaffen. An dieser Stelle widerspricht Claus Pommer vehement, auch wenn die CDU, die ihn unterstützt, vor einigen Tagen erst einen Antrag auf Abschaffung gestellt hat: „Lärm ist für die Menschen, die hier wohnen, ein ganz wichtiges Thema. Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen.“ Birgit Alkenings erklärt, dass Tempo 50 im Vergleich zu 30 km/h doppelt so laut sei und die Belastung entsprechend hoch.

Claus Pommer hat vor der St.-Marien-Kirche an der Gerresheimer Straße erzählt, dass dieser Ort für ihn Heimat bedeutet, denn er ist in der Nähe aufgewachsen und dort in den Kindergarten gegangen. Ebenso seine Kinder, die sogar dieselbe Kindergärtnerin hatten wie er. Für die Gerresheimer Straße wünscht er sich ein klügeres Radwegekonzept, das vor allem den Schülern mehr Sicherheit bietet. Pommers zweiter Haltepunkt war das Helmholtz-Gymnasium, das er selbst besucht hat. Zunächst lobte er den Skatepark, der für viele Jugendliche zu einem wichtigen Treffpunkt geworden ist. Dann wies er beispielhaft auf „den Pflegezustand unserer Stadt“ hin, der miserabel sei. „Was die Sauberkeit in unserer Stadt angeht müssen wir mehr machen“, erklärt Pommer. Auch sollte das Holterhöfchen und der Bildungscampus aufgewertet werden, denn es sei ein ganz besonderer Platz. Amtsinhaberin Birgit Alkenings verwies auf einen Vorschlag, der genau das zum Ziel hatte, aber von der Politik abgelehnt worden sei. „Wenn der Rat kein Geld zur Verfügung stellt, gibt es kein Geld.“

Die SPD-Politikerin hatte sich einerseits den Nove-Mesto-Platz ausgesucht, um auf das ehrenamtliche Engagement vieler Hildener (hier: Lernpaten) und die gut funktionierende Innenstadt hinzuweisen. Anderseits führte sie die RP-Leser ans hintere Ende des Stadtparks. Dort berichtete sie anhand des Versicherung- und Finanzamt-Areals über das in Hilden laut ihrer Aussage gut funktionierende Gewerbeflächenrecycling (früher stand an der Neustraße eine Färberei) und über die Umbaumaßnahmen, die unter anderem für Barrierefreiheit gesorgt haben. Außerdem hob sie den neuen Waldspielplatz hervor. „Der Spielplatz ist gut gelungen, davon hätte ich gerne mehr“, sagte Claus Pommer mit Blick auf den in seinen Augen eher blutleere, wenig einladende Spielplatz vor Saturn. Alkenings verwies auf die Beteiligung des Kinderparlaments bei der Planung des Spielplatzes.

Nach rund zweieinhalb Stunden intensiver Gespräche und interessanter Einblicke verabschiedeten sich die Teilnehmer der RP-Radtour. „Es war gut, die verschiedenen Meinungen zu hören“, sagte Teilnehmer Karl Hubert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unterwegs mit den Hildener Bürgermeister-Kandidaten