Hilden: RP-Leserin: Fahrschule blockiert Radweg

Hilden : RP-Leserin: Fahrschule blockiert Radweg

Laura Stahl (19) ärgert sich über Fahrschulwagen, die am Lindenplatz auf dem Radstreifen halten.

Wenn Laura Stahl mit ihrem Fahrrad am Lindenplatz vorbei fährt, dann ärgert sie sich. Denn der Radweg ist häufig zugestellt. Autos von Kunden der Bäckerei beobachtet sie dort ebenso wie die der Fahrschule. Laura Stahl muss mit ihrem Rad dann einen Schlenker machen, "und wenn ich überhole, muss ich in den Gegenverkehr. Das möchte ich nicht", sagt sie. Schon mehrfach habe sie sich bei Fahrschule und Ordnungsamt beschwert.

Doch die Lage habe sich nicht verbessert. Laura Stahl ist sauer: "Besonders schlimm ist, dass es sich dabei um eine Fahrschule handelt." Die müsste es eigentlich besser wissen.

Inhaber Addy Kriegisch sieht das Recht hingegen "zu 95 Prozent aller Fälle" auf seiner Seite. Seine Autos dürfen für einen Fahrerwechsel sehr wohl dort anhalten - drei Minuten sehe das Gesetz dafür vor. Für das Be- und Entladen sei gar kein Zeitraum benannt, "es muss lediglich zügig vonstatten gehen". Kriegisch sieht bei sich daher kein Versäumnis: "Wir geben uns Mühe, den Radstreifen schnell wieder zu räumen. Aber der Treffpunkt mit unseren Fahrschülern ist nun mal an der Fahrschule." Daher würden seine Autos für den Fahrerwechsel dort abgestellt.

Auf dem Parkplatz gegenüber, wie von Laura Stahl angeregt, sei hingegen nur selten ein Stellplatz frei. Stefan Döpper, Sachgebietsleiter der Überwachung ruhender Verkehr bei der Stadt Hilden, kennt das Problem. Bei der Fahrspur handle es sich lediglich um einen so genannten "Angebotsstreifen", den der Radfahrer nutzen kann, aber nicht muss. Daher sei die Gesetzeslage in diesem Falle nicht so streng wie auf ausgewiesenen Radwegen. 20 Euro müsse zahlen, wer sein Auto auf diesem Radweg zu lange abstellt und damit eine Ordnungswidrigkeit begeht. Döppers Mitarbeiterinnen kontrollieren die Stelle regelmäßig "im Rahmen unserer Möglichkeiten", doch mehr könne auch das Amt nicht ausrichten: "Wir können die Falschparker verwarnen und hoffen, dass sie durch die regelmäßigen Verwarnungen die Lust daran verlieren."

Das Bußgeld wegen Vorsatzes zu erhöhen sei schwer, weil der Nachweis kaum zu erbringen ist. "Autos werden ja nicht nur von einer Person genutzt." Auch der Handlungsspielraum sei eng: Als ein anderer Hildener einmal satte 50 Knöllchen angesammelt hatte, "haben wir versucht, beim Kreis Mettmann eine Überprüfung seiner Eignung zum Führen eines Fahrzeugs zu erwirken", berichtet Döpper. Ohne Erfolg. Gleichwohl sieht Döpper die Lage am Lindenplatz nicht als dramatisch an: "Da haben wir ganz andere Stellen in Hilden, die sich wesentlich komplizierter darstellen."

Zehn Falschparker werden seinem Amt pro Woche angezeigt. "Tatorte" seien nicht nur Radstreifen, sondern auch Schwerbehinderten-Parkplätze und Feuerwehreinfahrten. Addy Kriegisch zeigt sich indes gesprächsbereit. Er lädt Laura Stahl ein, sich mit ihm zu unterhalten und nach einer Lösung zu suchen. "Ich kann den Ärger ja auch verstehen."

(rl)
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