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Rotes Kreuz im Kreis Mettmann hilft in und leidet unter Corona-Krise

Interview Norbert Danscheidt : Rotes Kreuz hilft in und leidet unter Corona-Krise

Zum Weltrotkreuztag am Freitag haben wir mit dem Vorsitzenden DRK-Kreisverbandes Mettmann gesprochen. 1666 Mitglieder zählen die 13 Ortsvereine des Kreises. Danscheidt, der in Hilden Erster Beigeordneter ist, gehört dem DRK seit 45 Jahren an und hat den Vorsitz des Kreisverbandes 2013 übernommen.

Norbert Danscheidt ist Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Zum Weltrotkreuztag diesen Freitag spricht er über die Herausforderungen der Corona-Krise.

Wo hilft das DRK momentan?

Danscheidt Das DRK unterstützt den Kreis und die kassenärztliche Vereinigung in den Corona-Abstrichstationen in Mettmann (Betrieb bis 6. Mai), Hilden und Ratingen sowie in den Fieberambulanzen in Hilden und Ratingen. Darüber hinaus wurden Flüchtlinge in Einrichtungen, die in Quarantäne gestellt wurden, in Mettmann und kurzfristig auch in Hilden verpflegt und Coronapatienten aus einem Seniorenzentrum mit Einsatzfahrzeugen verlegt.

Wie beeinflusst Corona Ihre Arbeit?

Danscheidt Das Versammlungsverbot betrifft natürlich auch die Bereitschaften des DRK. Insofern werden beispielsweise Fortbildungen zurzeit mit Videokonferenzen durchgeführt und einzelne Dienste „mit Abstand“ organisiert. Unsere Ausbildungslehrgänge für die Bevölkerung, zum Beispiel in Erste Hilfe, mussten ausgesetzt werden, ebenso wurden von den Veranstaltern viele Veranstaltungen abgesagt, so dass auch der dazugehörige Sanitätsdienst entfällt. Auch die Betreuung von Blutspendeterminen musste umgestellt werden, da die offene Verpflegung der Spender zurzeit untersagt ist. Insgesamt führt dies zu Einnahmeausfällen und zum Teil Mehrkosten in den Ortsvereinen und im Kreisverband, so dass das DRK auch auf Unterstützung durch die Bevölkerung angewiesen ist. Hier würden wir uns über Spenden und Fördermitgliedschaften sehr freuen.

Was lernt das DRK aus der Krise?

Danscheidt Die Corona-Krise zeigt die hohe Bedeutung des Bevölkerungsschutzes in derartigen Krisenfällen auf. Erfreulicherweise war das DRK hier bereits vor Corona gut aufgestellt und vernetzt, so dass wir kurzfristig und kompetent helfen konnten. Wirklich hilfreich war, dass das DRK als systemrelevant definiert worden ist, sodass wir mit unseren Einheiten unsere volle Stärke zur Verfügung hatten.