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Gruiten: Rettende Rutschpartie

Gruiten : Rettende Rutschpartie

Eine Übung führte Einsatzkräfte der Feuerwehr gestern Vormittag in den ehemaligen Wasserbehälter an der Vohwinkeler Straße. Der Arbeitsschutzausschuss der Stadtwerke sammelte wichtige Erkenntnisse.

Auch im Ernstfall hätte die Rettungs nicht besser ablaufen können: Gestern Vormittag galt es für die Feuerwehr, eine bewusstlose Person aus dem früheren Wasserbehälter der Stadtwerke an der Vohwinkeler Straße zu bergen. In routiniertem Zusammenspiel kümmerten sich zwei Einsatzkräfte unter Atemschutz um den Verletzten. Derweil bauten andere Helfer aus Steckleitern eine schiefe Ebene, über die der stabilisierte Patient per Schleifkorb ans Tageslicht gezogen wurde. Dort wäre er in den Rettungswagen gebracht und ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Diesmal aber war es eine Übung, die die Feuerwehr gemeinsam mit den Stadtwerken ausgerichtet hatte. Deren Arbeitsschutzausschuss befasste sich in seiner gestrigen Sitzung mit verschiedenen Sicherheitsfragen rund um den Gesundheits- und Unfallschutz am Arbeitsplatz. Dort kann es schnell zu Unfällen kommen. Denn in Gruben, Schächten oder Behältern kommt es allzu schnell zu Sauerstoffmangel. Darum stieg Detlef Anders, Sicherheitsbeauftragter der Stadtwerke, auch in den nunmehr leeren Behälter, um den Sauerstoffgehalt zu messen, bevor die Zaungäste hinunterklettern durften, um die Rettung direkt beobachten zu können. „Der Sauerstoffgehalt liegt im Behälter bei 20,7 Prozent. Ab 19 wird es gefährlich, ab 17 tödlich“, sagte Anders.

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Sauerstoffgehalt gemessen

Diese Auskunft hatte die von Betriebsleiter Peter Bartel um 10.35 Uhr alarmierte Feuerwehr natürlich nicht. Darum ließ Einsatzleiter Wolfgang Flüchter die beiden ersten Helfer mit Pressluft-Atemflaschen hinuntersteigen. Sie maßen den Sauerstoffgehalt. Weil der ausreichend war, stand die Versorgung des Patienten im Vordergrund. „Bei einer nicht atembaren Atmosphäre wäre der Verletzte so schnell wie möglich nach oben geholt worden“, erläuterte Carsten Schlipköter, Leiter der Feuerwehr, den Beobachtern.

Die Einsatzkräfte waren nur auf den letzten Metern mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs; einsatzmäßiges Fahren birgt letztlich auch Risiken, die bei einer Übung nicht eingegangen werden müssen. Nach zehn Minuten waren Einsatzleitwagen, Hilfeleistungsfahrzeug und Rüstwagen vor Ort – im Ernstfall wären auch Rettungswagen und Notarzt-Einsatzfahrzeug mit angerückt.

Stadtwerker bei Arbeit gesichert

Wenn Stadtwerke-Mitarbeiter in Schächten tätig sind, tragen sie ein Seilgeschirr, das an der Oberfläche mit einem Dreibein-Gestell verbunden ist. Im Notfall kann der Arbeiter rasch hochgezogen werden. Stadtwerke-Betriebsleiter Peter Bartel führte nach der Feuerwehr-Übung die richtige Handhabung dieser Sicherheits-Einrichtung vor.

(RP)