1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Rennstrecke Mittelstraße

Hilden : Rennstrecke Mittelstraße

Immer wieder gibt es Ärger mit oft jugendlichen Radfahrern, die das Fahrverbot in der Fußgängerzone missachten. Die Polizei kann bis zu 20 Euro Bußgeld verhängen. Im Stadtpark irritiert hingegen die (fehlende) Beschilderung.

Nur knapp hatte Lieselotte Gust den beiden Teenagern ausweichen können, die ihr in der überfüllten Mittelstraße entgegen geradelt kamen. "Die sollten doch wissen, dass Radfahren in der Fußgängerzone verboten ist", empörte sich die 79-jährige Hildenerin jetzt am heißen Draht zur Redaktion über mangelnde Rücksichtnahme. "Wenn man dann mal was sagt, zeigen die einem noch den Vogel."

Der Ärger über uneinsichtige Radfahrer ist so alt wie die Fußgängerzone selbst, bestätigt Frank Sobotta. Der Sprecher der Kreispolizei hat selbst lange genug in Hilden gelebt, um "das altbekannte Problem" beurteilen zu können.

Zusätzlich verkompliziert wird es seiner Ansicht nach dadurch, dass einige Zuwege zur Mittelstraße wie ein Teil der Schulstraße für Radfahrer frei sind. Zudem darf während der Ladezeiten (siehe Info) in der Fußgängerzone Fahrrad gefahren werden, ergänzt Michael Siebert. "Außerhalb dieser Zeiten ist dies verboten und wird als Tatbestand des fließenden Verkehrs regelmäßig von der Polizei überwacht", erklärt der Ordnungsamts-Leiter.

Mindestens zehn Euro Bußgeld

Verstöße werden mit mindestens zehn und maximal 20 Euro Bußgeld geahndet, betont Sobotta, der freilich einräumt, dass "wir mit der Fußstreife natürlich nicht den ganzen Tag in der Mittelstraße stehen können". Dort sei doch genau ausgewiesen, welcher Bereich befahren werden darf, findet Ute Schmidt. Die Hildenerin ärgert sich vielmehr über die "unsinnige Beschilderung" im Stadtpark. Denn das unter anderem auf Höhe des Finanzamtes aufgestellte Schild erlaube Radfahrern das Befahren des Weges zunächst ohne Einschränkung. Doch nach 15 Metern teile sich der Weg.

Die in der RP zitierte Aussage des Sachgebietsleiters Grünflächen, Achim Hendrichs, dass lediglich der gepflasterte Radweg von der Stadthalle zur Neustraße entlang der Itter sowie die Zufahrten zum Haus Hildener Künstler und zur Kindertagesstätte im Park von Radfahrern genutzt werden dürfen, stellt Ute Schmidt nicht zufrieden: "Herr Hendrichs soll mir erklären, woher ich als Radfahrer wissen soll, dass ich vom Finanzamt kommend ausschließlich nach links, nicht aber nach rechts abbiegen darf."

Schließlich werde das Abbiegen nach rechts nicht explizit verboten. "Und Verkehrsschilder, die nicht vorhanden sind, kann man nicht befolgen", schlussfolgert Schmidt. Ihr persönliches Fazit: "Das Radfahren im Hildener Stadtpark ist auf Grund fehlender Verbote erlaubt."

Tempolimit für Radfahrer

In Düsseldorf hat sich derweil eine Fußgänger-Initiative gegründet, die ein Tempolimit von maximal 15 km / h für Radfahrer vor allem auf gemeinsam genutzten Wegen fordert. Doch eine Tacho-Pflicht für Radfahrer gibt es — im Gegensatz zu Nachbarländern — in Deutschland bislang noch nicht.

(RP)