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Hilden: Reichshof-Entwürfe prämiert

Hilden : Reichshof-Entwürfe prämiert

Das Preisgericht hat den Vorschlag von Molestina Architekten (Köln) mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Der zweite Preis ging an Christof Gemeiner (Hilden), der dritte an 3pass Architekten (Köln).

Das Preisgericht bestand aus Vertretern der Pfarrgemeinde, des Erzbistums Köln, der Stadtverwaltung Hilden und der Architektenkammer NRW. Die Marathon-Sitzung am Dienstag dauert acht Stunden. Dann standen die drei — einstimmig nominierten — Preisträger aus den neun Entwürfen (sieben aus Köln, je einer aus Hilden und Düsseldorf) fest.

 Das Pfarrheim von Gemeiner Architekten soll in die Innenstadt ausstrahlen. Entwurf: Gemeiner Architekten
Das Pfarrheim von Gemeiner Architekten soll in die Innenstadt ausstrahlen. Entwurf: Gemeiner Architekten Foto: Büro Gemeiner Architekten Hilde

Der mit dem 1. Preis (4000 Euro) prämierte Vorschlag von Molestina Architekten stelle die St.-Jacobus-Kirche frei, hob Martin Halfmann, Vorsitzender des Preisgerichts, gestern bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse für die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses hervor. Das dreigeschossige Pfarrzentrum ahme die Form einer Jacobus-Muschel nach und soll aus wiederverwendeten Reichshof-Ziegel errichtet werden. An der Hochdahler- und Mühlenstraße sind in einem Dreieck viergeschossige Gebäude mit 65 Wohnungen geplant, die sich um einen grünen Innenhof gruppieren.

Der Träger des zweiten Preises (3500 Euro), der Hildener Architekt Christof Gemeiner, hat einen großen steinernen Kirchplatz mit sehr städtischem Gepräge und Baumdach konzipiert, erläuterte Halfmann. Das Pfarrzentrum bestehe nicht aus Beton, wie es auf den ersten Blick scheine, sondern aus senkrecht gemauerten hellen Ziegeln.

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Den dritten prämierten Entwurf (2500 Euro) von 3pass Architekten zeichne die geschlossene Riegelbebauung zur Hochdahler Straße hin und die Einzelgebäude an der Mühlenstraße aus. Die Gärten und Terrassen der Wohnungen öffneten sich zum Kirchplatz. Deshalb seien Konflikte bei dessen Nutzung möglich. Auf Unverständnis beim Preisgericht sei gestoßen, dass der Kirchplatz drei Stufen höher liege als die Mittelstraße.

Die vorgesehene Tiefgarage wird in allen drei Preisträger-Entwürfen über die Hochdahler Straße angefahren; die Ausfahrt erfolgt über die Mühlenstraße. Um diesen Kompromiss war bei alten Planungen mit den Anwohnern ein Jahr lang gerungen worden. Pastor Monsignore Ulrich Hennes war mit der Entscheidung der Jury gestern sehr zufrieden. Ihn habe die "geborgene Geschlossenheit und einladende Offenheit" des Pfarrzentrums sowie die klare Abgrenzung zu der geplanten Wohnbebauung (Investorenbereich) überzeugt. "Wir wollen, dass das, was entsteht, auch die Zustimmung der Stadt findet", betonte der Leiter der katholischen Gemeinde. Die St.-Jacobus-Gemeinde hatte für den Wettbewerb zur Bedingung gemacht, dass hinter jedem eingereichten Entwurf auch ein Investor steht. Durch den Wettbewerb hatte sich die Pfarre verpflichtet, einen der drei Preisträger mit der Umsetzung zu beauftragen. Die Gemeinde muss sich jetzt für einen Entwurf entscheiden, mit dem Investor einen Vertrag machen und dann eine Änderung des gültigen Bebauungsplans beantragen. In diesem Verfahren werden auch die Bürger beteiligt, betonte Birgit Alkenings, Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses. Der Stadtrat muss die Bebauungsplan-Änderung beschließen.

(RP/top)