Regierungschef Laschet ehrt Hildener Feldjäger

Appell in der Waldkaserne : Regierungschef Armin Laschet zeichnet Hildener Feldjäger aus

Die Verleihung des Fahnenbandes war für Laschet das erste Mal, für die Feldjäger das dritte Mal.

Das Fahnenband zur Truppenfahne ist die höchste Ehrung, die ein Land einem Militärverband verleihen kann. Ministerpräsident Armin Laschet hat am 9. Oktober das Feldjägerregiment 2 in der Hildener Waldkaserne damit ausgezeichnet. Für ihn war es das erste Mal, für die Feldjäger bereits das dritte Mal. Schon Johannes Rau und Jürgen Rüttgers hatten die beiden Vorgängerverbände Feldjägerbataillon 730 und 252 in den Jahren 1982 und 2006 ausgezeichnet. 26 Mal hat Nordrhein-Westfalen das Fahnenband bis 2016 verliehen – gleich dreimal an die Militärpolizisten: Das ist Landesrekord!

Voraussetzung ist, dass die Soldaten vorbildlich in das gesellschaftliche Leben ihrer Garnisonsstadt eingebunden sind. Das ist in Hilden in der Tat der Fall. 1989 übernahm die Stadt Hilden eine Patenschaft über alle in der Waldkaserne stationierten Truppenteile. Eine solche Verbindung gebe es in keiner anderen Garnisonsstadt Deutschlands, berichten die Soldaten. Jedes Jahr stürmen die Jecken an Altweiber die Waldkaserne. Der designierte Prinz Hildanus Christoph Weber ist pensionierter Feldjäger. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeichnete im Mai in Berlin den „Freundeskreis der Waldkaserne“ mit dem Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“ aus – weil er sich seit fast 40 Jahren vorbildlich für das gute Miteinander von Soldaten und Bürgern einsetzt.

„Wir wollen auch unsere Wertschätzung für die Bundeswehr ausdrücken“, sagte Laschet: „Sie prägt das Bild de Deutschen im Ausland und steht für ein freiheitliches Deutschland.“ Das betonte auch Feldjäger-Kommandeur Oberstleutnant Björn Taube in einer ungewöhnlich politischen Rede. Beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin seien wieder schwarz-weiß-rote Fahnen (Reichskriegsflagge, Erkennungszeichen moderner Nazis) gezeigt worden. „Wir dienen unter den Farben unserer Fahne schwarz, rot, gold“, betonte Taube. Die Truppenfahne trage an der Spitze das Eiserne Kreuz – „das Symbol für Tapferkeit und Freiheitsliebe seit den Befreiungskriegen von 1813“. Es sei die erste deutsche Auszeichnung, die ohne Rücksicht auf Stand, Herkunft und Dienstgrad verliehen wurde. Taube machte damit klar, dass die Bundeswehr sich das Eiserne Kreuz  nicht von den Neonazis wegnehmen lässt. Er bekam für seine Rede viel Beifall von den rund 100 Ehrengästen, darunter die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll, die Landtagsabgeordneten Claudia Schlottmann und Christian Untrieser sowie Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler. Rund 750 Soldaten und 70 Zivilisten tun in der Waldkaserne Dienst. Sie ist die letzte verbliebene Garnison in der Region. Zwei Umstände sorgen dafür, dass die Waldkaserne unter Soldaten in ganz Deutschland ein Begriff ist. Das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr hat hier seinen Sitz. Alle Militärmusiker der Streitkräfte werden in Hilden ausgebildet. 18 Millionen Euro hat die Bundeswehr in einen neuen Musik-Campus investiert. Größte Abteilung in der Waldkaserne sind die Militärpolizisten. Der Stab des Feldjägerregiments 2 ist in Hilden zu Hause. Von hier aus werden 1265 Militärpolizisten in sechs Bundesländern (NRW, Niedersachsen, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) geführt – und zahlreiche Einsätze im Ausland geleistet. Denn die Feldjäger sind bei praktisch jedem internationalen Einsatz der Bundeswehr dabei. Die Feldjäger aus Hilden schützen unter anderem den Natobotschafter in Afghanistan. Sie sind im Niger und in der Ägäis im Einsatz. Ein Team halte sich auf Abruf bereit für den Einsatz gegen den IS in Irak, sagte ihr Kommandeur.

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