1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Raupen verbrennen kostet etwas

Hilden : Raupen verbrennen kostet etwas

Von der Raupe, die Buchsbäumen zuleibe rückt und sie teilweise kahl frisst, kann Detlef Schliwa ein Lied singen.

"Unser großer Garten ist von dem Buchsbaumzünsler befallen", berichtet der Leser aus Wersten, der mit Interesse verfolgt hatte, wie jetzt ein Hildener Ehepaar gegen den chinesische Raupe ankämpft. Auch er hatte nun einige abgeschnittene Zweige und Blätter zu entsorgen. "Weil ich gelesen hatte, dass die Sachen verbrannt werden müssen, und nicht kompostiert werden dürfen, bin ich damit zum Recycling-Hof in Flingern gefahren", sagt er. Dort erlebte er allerdings eine Überraschung.

"Als ich den Angestellten meine vier Beutelchen zur Verbrennung übergeben wollte, sagten sie mir, dass ich dafür zehn Euro zahlen müsse", berichtet Schliwa. Dies habe er jedoch nicht eingesehen. "Ich zahle genügend Müllgebühren und will nicht dafür zahlen müssen, dass ich mich ordnungsgemäß verhalte." Daraufhin habe man ihm erklärt, er könne die Pflanzenteile auch zur Grünschnittabteilung bringen. Dort sei die Entsorgung kostenlos. Eine Aussage, die der Leser kaum glauben konnte. "Ich sagte den Leuten, dass die Äste ja gerade nicht auf dem Kompost landen sollen, um eine Ausbreitung des Buchsbaumzünslers zu vermeiden. Doch damit stieß ich auf taube Ohren."

Schließlich fuhr er mit seinen Säckchen doch zur Grünschnittabteilung. "Als ich die Sachen abgab, sah ich, dass dort schon jede Menge befallene Buchsbäume lagen." Detlef Schliwa kam aus dem Staunen nicht heraus. "Es kann doch nicht sein, dass ein Entsorger nicht weiß, wie man befallene Buchsbäume richtig entsorgt", ärgert er sich.

Noch keine Anweisung erhalten

Nach Auskunft des Unternehmens Awista, das den Recyclinghof in Flingern betreibt, ist von der Kompostierungsanlage noch keine Anweisung ergangen, vom Zünsler befallene Buchsbäume beim Grünschnitt nicht mehr anzunehmen. Die Anlage befindet sich nach Auskunft von Awista-Sprecher Ralf Böhme am Breitscheider Kreuz und arbeitet mit höheren Temperaturen als bei Komposthaufen in Privatgärten üblich. Ob dies allerdings ausreicht, um eine Verbreitung des Schädlings zu verhindern, konnte er noch nicht sagen.

Als Privatperson im Recyclinghof Müll verbrennen zu lassen, sei grundsätzlich kostenpflichtig.

(RP/ila)