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Haan: Raub: Opfer und Nachbarn entsetzt

Haan : Raub: Opfer und Nachbarn entsetzt

Eine 61-jährige Haanerin wurde von Einbrechern geschlagen und beraubt. Auch in der Nachbarschaft gab es schon mehrere Einbrüche. Die Stadtwerke haben deshalb ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Der Tatort liegt an einer kurzen ruhigen Stichstraße am westlichen Stadtrand von Haan. Hier hat eine 61-Jährige Entsetzliches erlebt. Als sie am Samstagabend nach Hause kam, wurde sie von zwei maskierten Einbrechern erwartet. Sie bedrohten, schlugen und traten die Seniorin und zwangen sie, die Verstecke von Wertgegenständen preiszugeben. Erst nach dreieinhalb Stunden ließen die brutalen Räuber von ihr ab und flüchteten mit Schmuck.

"Das Opfer ist extrem geschockt", berichtete gestern Polizeisprecherin Claudia Partha: "Die Frau hat zwar Angehörige, war aber zum Zeitpunkt der Tat allein im Haus." Wie sich die von den Tätern gefesselte Haanerin befreien konnte, wollte sie nicht sagen — "um die Ermittlungen nicht zu gefährden". Auch zur Beute könne die Polizei noch keine Angaben machen: "Die Frau steht zu sehr unter Schock und konnte sich deshalb noch keinen Überblick darüber verschaffen, was alles gestohlen wurde." Dies werde wohl noch Tage dauern.

Ob bereits Hinweise aus der Bevölkerung auf die Täter eingegangen sind, konnte Partha nicht sagen: "Die Ermittlungen laufen." Aufgrund des Ablaufs der Tat gehe die Polizei aber davon aus, dass die 61-Jährige zuvor ausgespäht wurde. Sie wird jetzt vom Opferschutz der Polizei betreut. Nachbarn sind über den brutalen Überfall entsetzt. "Das sind seit 17 Jahren meine Vermieter", berichtete ein Gewerbetreibender, der nicht genannt werden will: "Eine ganz liebe Familie, eine sehr nette Frau. Das Ganze ist eine schlimme Geschichte."

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Das findet auch sein Nachbar. Samstags sei das kleine Gewerbegebiet an der Düsseldorfer/Ecke Leichlinger Straße meist ab 17/18 Uhr menschenleer. Die Täter mussten nicht damit rechnen, bei ihrem Überfall bemerkt zu werden. Grundsätzlich sei die Straße am Tatort bisher kein beliebtes Ziel von Einbrechern gewesen, so die Polizeisprecherin: "Es ist keine betuchte Wohngegend."

Das ist nicht ganz richtig. Ein Anlieger sind beispielsweise die Stadtwerke Haan. "Wir haben nach diversen Einbrüchen in die Verwaltung und Materialdiebstählen vom Hof die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt", berichtet Geschäftsführer Stefan Chemelli. Das Betriebsgelände wird besser ausgeleuchtet und jetzt rund um die Uhr von Kameras überwacht. Das gelte auch für die Eingänge. Die Büros sind zusätzlich mit speziellen Schlössern gesichert. "Wir kontrollieren damit, wer wo welchen Zugang hat." Bei den Vorkehrungen hätten sich die Stadtwerke von der Polizei und Sicherheitsfirmen beraten lassen.

Auch Chemelli war schockiert über das Verbrechen, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Stadtwerken abgespielt hat.

Mit dem brutalen Überfall auf die Haanerin (im Januar 2012 wurde auf ähnliche Weise ein Seniorenehepaar an der Straße Am Kaiserbusch beraubt) wird sich auch der Seniorenbeirat bei seiner nächsten Sitzung in 14 Tagen beschäftigen, kündigt der zweite Vorsitzende Karlo Sattler (65) an: "Ein schlimmer Vorfall. Leider haben wir es nicht geschafft, gemeinsam mit der Polizei ehrenamtliche Seniorensicherheitsberater wie in Hilden auszubilden", bedauert Sattler. In der Gartenstadt gebe es rund 10 000 Rentner. "Trotzdem fehlen uns Senioren, die ehrenamtlich mitarbeiten wollen."

(RP)