Rally-Obedience in Hilden: Mensch und Hund bilden ein sportliches Team

Hilden : Rally-Obedience: Mensch und Hund bilden ein sportliches Team

Kein aufgeregtes Hundegebell verrät den Weg zum Schäferhundeverein an der Lodenheide, wo das Rally-Obedience-Turnier stattfindet. Über dem Gelände liegt eine eher ruhige, konzentrierte Stimmung, die sich gleichmäßig auf Hund und Frauchen/Herrchen, verteilt.

38 Teams gehen in fünf Klassen an den Start. Unter dem Applaus des Publikums macht Christina Schneltinger regelrechte Freudensprünge, denn gerade hat die Haanerin mit Nelly den Beginner-Parcours absolviert und ein „Vorzüglich“ erhalten. Für diese Note müssen mindestens 90 von 100 möglichen Punkten erreicht werden. Ihre vierjährige Australian Shepard-Hündin bleibt sehr gelassen. Sie weiß nicht, dass die Note ihr beim nächsten Turnier einen Start in der nächsthöheren Klasse ermöglicht, was mit neuen Herausforderungen verbunden ist.

Bei der Rally-Obedience geht es im Gegensatz zur Hundesport-Variante Agility, wo Schnelligkeit und Geschicklichkeit des Hundes im Vordergrund stehen, um die Kommunikation im Hund-Mensch-Team. Der Hund muss den nach unterschiedlichen Anforderungen konzipierten Parcours „bei Fuß“ gehen und auf die Zeichen von Frauchen oder Herrchen reagieren, schnell die Laufrichtung ändern, einen Slalom laufen, oder sich setzen. „Es ist eine gemeinsame Aktivität, die einfach unheimlich viel Spaß macht, weil man merkt, dass es auch dem Tier Spaß macht“, sagt Christina Schneltinger. Schluss mit lustig ist es für ein anderes Team, bei dem die Preisrichterin einen Regelverstoß entdeckt hat. Der Hundeführer soll den Schäferhund leicht getreten haben, was die sofortige Disqualifizierung nach sich zieht. „Während des Parcours darf zwar das Tier mal andocken, also den Führer berühren, aber umgekehrt, das geht gar nicht“, sagt Turnier-Organisatorin Marion Reese. Wahre Tierfreunde sind auch der Oberhausener Michael Klasten und seine Frau Petra, die ihren Schäferhund-Mischling Mila vor zweieinhalb Jahren von der Tierhilfe erworben haben. „Sie war in der Türkei ein Straßenhund, zwar stubenrein, aber anfangs extrem verängstigt“, sagt Michael Klasten, der mit der heute sechsjährigen Hündin zunächst eine Hundeschule besucht hat. Jetzt erscheint Mila tatsächlich etwas nervös, aber schließlich ist es ihre Turnier-Premiere. „Das ist normal, denn meine Frau Petra, die mit ihr gehen wird, ist auch ein bisschen nervös, und das überträgt sich dann schon mal auf den Hund“, so Michael Klassen, während seine Frau noch mit Chara, dem schwarzen Jagdhund-Mischling ihrer Mutter Barbara Bulk, den Parcours absolviert. Der Hundesport ist keine leichte Übung, denn er verlangt auch den Führern neben Konzentration auch Kondition ab. „Aber es ist einfach ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn es perfekt läuft und der Hund beim „Sitz“ sich nicht einfach nur hinsetzt, sondern tatsächlich keine Pfote mehr bewegt“, sagt Inge Peter aus Essen, und ihr Rüde Mika reagiert mit der Gelassenheit eines Könners.

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