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Ralf Küppers will in Hilden Bürgermeister werden

Hilden : Ralf Küppers will Bürgermeister werden

Der unabhängige 60-jährige Beamte ist der vierte Kandidat, der sich nach Amtsinhaberin Birgit Alkenings (SPD), Claus Munsch (Allianz für Hilden) und dem unabhängigen Claus Pommer (unterstützt von CDU, FDP, Grünen und BA) zur Wahl stellt.

Hinter Ralf Küppers steht keine Partei oder Wählerinitiative. Er tritt als unabhängiger Kandidat ganz allein an. Dazu gehört schon was. Was treibt ihn an? „Der Bürgermeister einer Stadt muss kompetent sein“, sagt Küppers: „Aufgrund meines Studiums sowie meiner mittlerweile 41-jährigen Dienstzeit im öffentlichen Dienst fühle ich mich für das Amt geeignet.“

Bis November 2018 sei er Mitglied im CDU-Stadtverband Hilden gewesen. Er habe sich engagiert, als Kassenwart, sachkundiger Bürger im Jugendhilfeausschuss sowie im Aufsichtsrat der Seniorendienste Stadt Hilden. „Aufgrund meines Studiums habe ich aber gelernt, wie Politik tatsächlich funktionieren sollte“, sagt Küppers: „Die aktuelle Praxis ist leider eher eine andere. Meine persönliche Meinung ist, dass Parteien nur eigene Vorteile suchen wie Machtgewinn und Machterhalt. Dies ist aber in allen Parteien so.“

Im politischen Spektrum ordne er sich der demokratischen „Mitte“ zu: „Parteien, die absolut rechts oder links orientiert sind (AfD und Linke) sind für mich persönlich antidemokratisch.“

Amtsinhaberin Birgit Alkenings (SPD) habe aus seiner Sicht bei der Führung der Hildener Stadtverwaltung (rund 1000 Mitarbeiter) „nicht unbedingt alles richtig gemacht“: „Für diese Aufgabe reicht nicht die Mitgliedschaft in einer Partei aus, es muss auch die fachliche Kenntnis vorhanden sein.“

Was will Küppers anders machen? „Mein Programm ist, dass erstens die Stadtverwaltung wieder (personalmäßig) repariert werden muss, und zweitens der mit über 40 Millionen Euro verschuldete städtische Haushalt wieder ausgeglichen wird.“ Diese Aufgaben seien „nicht einfach“, räumt Küppers ein. Er setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit den Dezernenten und Amtsleitern. Dabei hebt er die „neue und sehr gute Stadtkämmerin Anja Franke hervor.

Die Ideen der demokratischen Parteien im Stadtrat müssten geprüft, diskutiert und umgesetzt werden, „sofern dies der Haushalt der Stadt hergibt und es für die Bürgerinnen und Bürger Sinn macht.“ Fakt ist allerdings: Der Bürgermeister ist zwar Chef der Stadtverwaltung, hat aber im Stadtrat nur eine Stimme. Wofür wie viel Geld der Bürger ausgegeben wird, entscheidet nicht der Bürgermeister, sondern allein die Mehrheit im Kommunalparlament. Und wie das künftig aussieht, ist ungewiss und wird bei der Kommunalwahl am 13. September entschieden. Um bekannt zu werden, muss Ralf Küppers viel Werbung betreiben – auf eigene Kosten. Dafür habe er schon Pläne gemacht. Dazu wolle er auch bei Veranstaltungen und Diskussionsrunden mit den anderen Bürgermeister-Kandidaten dabei sein und sich und sein Programm vorstellen.

Neben Küppers stellen sich drei weitere Kandidaten zur Wahl. Amtsinhaberin Birgit Alkenings tritt erneut an und bewirbt sich für eine zweite Amtsperiode. Auch Claus Munsch (Allianz für Hilden) hat seinen Hut bereits in den Ring geworfen. CDU, FDP, Grüne und Bürgeraktion haben auf eigene Kandidaten verzichtet und unterstützen gemeinsam den unabhängigen Claus Pommer. So etwas hat es in Hilden noch nicht gegeben. Deutlich wie noch nie manifestiert sich damit der politische Wille einer Mehrheit in der Bürgervertretung, Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD) nach sechs Jahren ablösen zu wollen. Das könne nur mit vereinten Kräften und mit einem parteilosen Kandidaten gelingen, sind sich die vier Parteien einig. Die Bürgermeisterwahl ist allerdings auch eine Persönlichkeitswahl. Wer von den vier Bewerbern kann die Wähler von sich überzeugen?