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Prozess: Hildener soll Eltern schwer verletzt haben

Paranoide Schizophrenie : Prozess: Hildener soll Eltern schwer verletzt haben

Der psychisch Kranke gilt als schuldunfähig. Ihm droht die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung mit einer Waffe vor.

Am Düsseldorfer Landgericht hat der Prozess gegen einen 28-Jährigen aus Hilden begonnen. In einem Sicherungsverfahren wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im 19. Dezember 2019 seine Eltern und seine Schwester erheblich verletzt zu haben. Der Mann gilt wegen einer paranoiden Schizophrenie als schuldunfähig, ihm droht die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie.

Der Beschuldigte selbst wollte sich zur Tat nicht einlassen, zitternd und sichtlich angespannt verfolgte er die Verlesung der Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung mit einer Waffe vor. Am Tattag soll der 28-Jährige gegen ein Uhr in der Nacht ins Haus seiner Eltern eingedrungen sein. Zuerst soll er seine Mutter in deren Schlafzimmer aufgesucht und ihr ins Ohr geflüstert haben, dass sie aufstehen und sein Haus verlassen solle. Nachdem die Frau erschrocken aufgewacht sei, soll er sie aus dem Bett gezogen und auf sie eingeschlagen haben. Später soll beim Opfer eine Augenverletzung diagnostiziert worden sein.

Als der hinzu geeilte Vater des Beschuldigten seiner Frau hatte zu Hilfe kommen wollen, soll der Sohn auch ihn attackiert haben. Inmitten eines Gerangels soll er ihn zu Boden geschlagen haben – der Mann hatte dabei einen Jochbeinbruch erlitten.

Mittlerweile war auch die Schwester des Beschuldigten auf das Geschehen aufmerksam geworden. Sie soll dazwischen gegangen sein, als ihr Bruder erneut versucht haben soll, auf die Mutter einzuschlagen. Der 28-Jährige soll dann in die Küche gegangen sein, um ein Brotmesser zu holen. Damit soll er den Vater am Hals verletzt haben.

In seiner Vernehmung soll der Beschuldigte davon gesprochen haben, dass seine Eltern „getarnte Agenten“ seien, die sich in seinem Haus aufgehalten hätten. Bereits vor sechs Jahren soll bei ihm eine Psychose diagnostiziert worden sein, seit längerem soll er unter gesetzlicher Betreuung gestanden haben. Nach der Anklageverlesung war vom Beschuldigten noch zu hören, dass es sich bei den Opfern nicht um leibliche Eltern, sondern um „Zieheltern“ handeln würde. Ob das so stimmt, wird der Prozessverlauf zeigen.  

„Es ist ein tragisches Schicksal“, war vom Verteidiger des Beschuldigten zu dessen Lebensumständen zu hören. Zum nächsten Verhandlungstermin sind die Eltern und die gesetzliche Betreuerin in den Zeugenstand geladen, das Urteil soll am 17. Juli verkündet werden.