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Haan: Praxis für kleine Fußgänger

Haan : Praxis für kleine Fußgänger

Die evangelische Kita Nachbarsberg richtete eine "Kindergarten-Haltestelle" ein. Von dort sollen die Mädchen und Jungen ihre Eltern zu Fuß zur Einrichtung führen und dadurch richtiges Verhalten im Straßenverkehr lernen.

Einen bewegten Start in den Tag werden die Kinder des Evangelischen Kindergartens Nachbarsberg jetzt häufiger haben. Denn seit gestern gibt es eine "Kindergarten-Haltestelle" an der Adenauerstraße. Dort können Eltern und Kinder künftig das Familienauto verlassen und auf dem Weg zur Kita eine Straße überqueren. Dabei sollen die Kinder ihre Eltern führen und so Erfahrungen für das richtige Verhalten im Straßenverkehr sammeln. Damit wird die häufige Praxis durchbrochen, dass Kinder mit dem Auto bis direkt vor die Kita gebracht werden.

Nicht nur an den ersten drei Projekttagen gibt es hinter dem Kindergarten einen Bewegungsparcours. Da können die Kleinen auf Seilen balancieren, mit dem Bobbycar herumfahren, sich auf Stelzenbechern bewegen, im Kreisel schaukeln oder über Stangen klettern. Die aufgebauten Stationen sorgen nicht nur dafür, dass die Mädchen und Jungen wacher und fitter in die Kita gehen. "Sie trainieren spielerisch die für die Teilnahme am Straßenverkehr unerlässlichen Fähigkeiten wie Raumorientierung, Hören, Hinschauen oder Losgehen", erläutert Ingrid Rössler vom Kreisgesundheitsamt. Aber auch Gleichgewicht und Koordination werden gefordert und gefördert.

Wer bis morgen in seinem neuen "Fußgänger"-Pass drei Tierstempel sammele, werde mit einem Leuchtmännchen belohnt, sagte Danuta Burzynski, Erzieherin im Kindergarten, der am "Lott jonn"-Programm des Kreisgesundheitsamtes teilnimmt und von daher schon viel Wert auf Bewegung legt. "Wir wollen weg von der reinen Sitzgesellschaft", nennt Rössler ein Hauptziel der "Lott jonn"-Projekte.

Nach den drei Einstiegstagen muss noch festgelegt werden, in welchem Turnus es Haltestellen-Tage geben wird. Denn allein die Betreuung des Bewegungsparcours ist personalintensiv. "Wichtig ist aber die Regelmäßigkeit, die sich bis ins Schulalter fortsetzt", stellt Rössler fest.

Polizei-Hauptkommissar Bernd Hildebrand nimmt Stella (3) und ihren Vater Lars Finke an der mit einem selbstgefertigen Schild gekennzeichneten Haltestellen-Schild in Empfang. Er lässt das kleine Mädchen die Führung auf dem Weg übernehmen, ermutigt am Straßenrand der Adenauerstraße bei der Entscheidung zum Überqueren und hilft immer wieder mit kleinen Hinweisen. Auch sein Kollege Udo Loppnow ist mit einzelnen Kindern oder ganzen Gruppen unterwegs.

"Die Kita Nachbarsberg ist seit 2008 ein anerkannter Bewegungskindergarten und immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, unseren Kindern unterschiedlichste Bewegungsangebote zu machen", sagt die Leiterin Heidemarie Hundt-Primoschitz. "Als wir von der Idee einer Kindergarten-Haltestelle hörten, waren wir direkt begeistert, an einer solchen Aktion teilzunehmen."

(RP)