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Haan: Polizei verteidigt Blitz-Strategie

Haan : Polizei verteidigt Blitz-Strategie

Seit Ende 2011 kontrolliert die Polizei verstärkt. So soll die Zahl der Unfälle gesenkt werden. Im Juli wird es einen zweiten 24-Stunden-Blitz-Marathon geben. Beim ersten verhielten sich die Autofahrer vorbildlich, lobt die Polizei.

Autofahrer in Hilden und Haan müssen sich auch in Zukunft auf vermehrte Verkehrskontrollen einstellen. Zwar gibt es noch keine abschließende Bilanz. Doch bei der Polizei geht man inzwischen davon aus, dass eine neue Strategie im Kampf gegen Temposünder Erfolg hat. Seit November vergangenen Jahres dürfen die Beamten des Verkehrskommissariats auch an Stellen "blitzen", die keine Unfallschwerpunkte sind und die nicht an Kindergärten oder Schulen liegen. Viele dieser zusätzlichen Kontrollen werden vorher im Internet und auch in der RP bekannt gegeben. Und das führt offensichtlich dazu, dass die Autofahrer langsamer fahren. "Die genaue Bilanz wird Ende Juni vom Innenministerium präsentiert", sagte jetzt ein Sprecher der Polizei. Es bleibe aber schon heute "unter dem Strich festzustellen, dass wir bei angekündigten Kontrollen weniger Verkehrsverstöße feststellen", so der Sprecher.

 Beim Blitz-Marathon im Februar wurden auch Fahrzeuge auf der Düsseldorfer Straße in Hilden mit Lasergeräten auf ihre Geschwindigkeit hin überprüft.
Beim Blitz-Marathon im Februar wurden auch Fahrzeuge auf der Düsseldorfer Straße in Hilden mit Lasergeräten auf ihre Geschwindigkeit hin überprüft. Foto: Anja Tinter

Ein ähnliches Fazit zogen die Verantwortlichen bereits bei einer weiteren Aktion. Im Februar gab es im Kreis Mettmann einen 24-Stunden-Blitz-Marathon mit 40 Messstellen. Das Ergebnis belegte die gute Verkehrsmoral im Kreisgebiet, hieß es später bei der Polizei, die die Aktion deshalb im Juli wiederholen will. Insgesamt wurden kreisweit 7689 Fahrzeuge überprüft, von denen 341 zu schnell unterwegs waren. Spitzenreiter war im Wachbereich Mettmann/Wülfrath/Haan ein Autofahrer, der innerorts mit 45 Stundenkilometer zu viel fast doppelt so schnell unterwegs war wie erlaubt.

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Dabei sind es aber in erster Linie gar nicht so sehr solche Raser, die Innenminister Ralf Jäger (SPD) stoppen wollte, als er Ende 2011 die Kontrollen ermöglichte. Nachdem die Zahl der Verkehrstoten landesweit erstmals seit Jahren wieder angestiegen war, nahmen Jäger und die Polizei vor allem jene Fahrer ins Visier, die nur bisschen zu schnell unterwegs sind. Denn im Bereich zwischen 50 und 65 km/h kann jeder zusätzliche Stundenkilometer über Leben und Tod entscheiden. Während bei einem Unfall bei 50 km/h 80 Prozent der Fußgänger überleben, sind es bei 65 km/h nur 20 Prozent. In Hilden und Haan verunglückten 2012 zwei Menschen tödlich. 2011 wurden vier Menschen bei Verkehrsunfällen im Kreis getötet, laut Polizei alle durch eigenes Fehlverhalten.

(RP)