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Polizei soll auf Bolzplatz in Hilden Streit unter Kindern schlichten

Außergewöhnlicher Einsatz in Hilden : Polizei soll Streit unter Kindern schlichten

Zeugen alarmieren die Polizei, nachdem Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren beim Fußballspielen auf einem Bolzplatz in Hilden aneinander geraten. Das Facebook-Posting der Beamten ruft nicht nur Erheiterung, sondern auch Kritik hervor.

Außergewöhnlicher Einsatz für die Polizei in Hilden: Am Mittwochnachmittag sind auf einem Bolzplatz an der Grundschule am Elbsee (Schalbruch) offenbar mehrere Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren beim Fußballspielen aneinandergeraten. „Wir wissen nicht, um was es bei dem Streit ging. Vielleicht darum, welche die bessere Fußballmannschaft ist“, schreiben die Beamten bei Facebook. Möglicherweise habe auch ein Kind dem anderen etwas weggenommen – „ein Spielzeug, oder was auch immer. Wir wissen es nicht.“ Zeugen alarmierten jedenfalls die Polizei und berichteten von einer Schlägerei, erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Aus diesem Grund seien die Beamten auch ausgerückt.

Als sie gegen 17.20 Uhr am Tatort ankamen, rannten einige Kinder weg. Die anderen berichteten von einem Streit unter Kindern und einer kurzen Rangelei. „Ein Kind soll dem anderen den Mittelfinger gezeigt haben. Und das Wort Wichser sei auch gefallen“, erklärt der Sprecher weiter. Das sei nicht schön.

Aber „früher wäre sowas ja noch untereinander geklärt worden - ohne Polizei. Vielleicht beim Lattenschießen oder Schnick-Schnack-Schnuck. Oder man ist einfach nach Hause gegangen, hat Mama und Papa davon erzählt und die Sache war ,gegessen‘“, heißt es weiter. „Doch dass wir nun auch auf Bolzplätze gerufen werden, weil sich neun bis elf Jahre alte Kinder untereinander beleidigt und gerauft haben, ist auch für uns neu.“

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Geholfen hätten die Beamten natürlich trotzdem gerne. Soweit das überhaupt möglich war. „Wir haben die Personalien aufgenommen und die Eltern informiert“, so der Sprecher.

Das Facebook-Posting der Polizei hat für gespaltene Reaktionen gesorgt. Einige Nutzer antworteten mit Ironie („Das klingt, als seien Sie nur um Haaresbreite am Gebrauch der Schusswaffe vorbeigekommen.

Erschütternd dieses Ausmaß krimineller Energie.“), andere kritisierten aber auch den Beitrag der Polizei, der mit einem Augenzwinkern geschrieben worden war: „Man hätte da jetzt echt viel machen können aus so einem Geschehen und aufweisen können, wie richtig es ist der Polizei zu vertrauen, sie zu rufen, statt Selbstjustiz als Strategie zu etablieren und die Kids und Jugendlichen und damit ihr Vertrauen in die und den Respekt vor der Polizei stärken können. Schade, dass das hier genau ins Gegenteil läuft. Wenn man dafür noch medial belächelt wird, überlegt man sich ggf in Zukunft ein Mal zu lang ob man die Hilfe der Polizei sucht, wenn sie nötig wäre.“

(tobi)