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Hilden/Haan: Polizei schreibt alle Waffenbesitzer an

Hilden/Haan : Polizei schreibt alle Waffenbesitzer an

Jeder 60. Bürger im Kreis Mettmann besitzt eine Waffe. Damit diese sicher aufbewahrt werden, wird nun kontrolliert.

Jäger und Sportschützen erhalten in den nächsten Tagen Post der Kreispolizeibehörde. Die registrierten — und damit legalen — Schusswaffenbesitzer müssen nachweisen, dass die Waffen genau so sicher aufbewahrt werden, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das betrifft einige: Im Kreis Mettmann sind 7682 Waffenbesitzer mit insgesamt 25 692 Waffen (16 773 Langwaffen und 8919 Kurzwaffen) registriert.

Das Waffengesetz und die Allgemeine Waffengesetzverordnung schreiben vor, dass Besitzer von Waffen und Munition die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen haben, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen.

"Der Gesetzgeber hat die Standards für die Aufbewahrung von Waffen und Munition definiert. Schusswaffen sind in klassifizierten Behältnissen aufzubewahren. Verstöße gegen diese Pflichten können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Euro geahndet werden", teilt die Polizei mit.

Mit der Briefaktion informiert die Waffenbehörde alle registrierten Waffenbesitzer über die rechtlichen Bestimmungen — und kontrolliert gleichzeitig. Dem Anschreiben beigefügt ist eine vom Waffenbesitzer auszufüllende Erklärung. Darin ist der Waffenbehörde der Aufbewahrungsort und die Sicherheitsstufe des vorhandenen Waffenschrankes verbindlich mitzuteilen.

Landrat Thomas Hendele als Chef der Kreispolizei appelliert an Waffenbesitzer, die möglicherweise gar nicht freiwillig zu solchen wurden: "Gerade die Bürger, die über Waffenbesitzkarten und damit über Waffen verfügen, die sie im Wege der Erbfolge erlangt haben, sollten jetzt die Entscheidung fällen, sich von diesen Schusswaffen zu trennen, da diese, wie gesetzlich vorgeschrieben, sowieso unbrauchbar gemacht werden müssen." Auch Jäger, die nicht mehr jagen wollen, sollten sich von den Waffen trennen, sagt die Polizei.

Sie könnten die Gewehre legal an Menschen mit Waffenbesitzschein verkaufen, die Waffen bei der Polizei abgeben oder sie unbrauchbar machen lassen: So dürften sie die Gewehre als reine Dekorationsobjekte behalten. "Dann hätte man nur noch ein reines Sammlerstück", sagt Frank Sobotta, Sprecher der Kreispolizeibehörde Mettmann. Im Sinne der Polizei ist die letzte Variante allerdings nicht: "Wir wollen die Waffen schon vom Markt haben."

Als es vor einigen Jahren mit einer Amnestieregelung möglich war, illegale Waffen straffrei abzugeben, machten im Kreis Mettmann unzählige Bürger davon Gebrauch, um die Weltkriegs-Hinterlassenschaften des verstorbenen Großvaters, eigene Jugendanschaffungen oder schlicht Dachbodenfunde loszuwerden: "Wir hatten Transporterladungen, die regelmäßig abgefahren wurden", erinnert sich Sobotta.

Der aktuelle Aufruf richtet sich allerdings an legale Waffenbesitzer. Wer ohne Erlaubnis eine Pistole oder ein Gewehr hat, begeht eine Straftat. Dies kann je nach Schwere des Falls mit einer Geldstrafe oder auch fünf Monaten bis fünf Jahren Haft geahndet werden. Sollte jemand etwa im frisch übernommenen, renovierungsbedürftigen Haus im Keller eine Waffe finden, muss er die Polizei rufen und von dem Waffenfund berichten, sagt Sobotta.

(RP)